Ausstellung "Platz da." des Wirtschaftsministeriums zum Thema Leerstand in Frankenberg

Vorhandenes nutzen statt Neues schaffen

Die Ausstellung „Platz da.“ über Lösungsvorschläge gegen Leerstand und Baulücken in Ortskernen eröffnete gestern Dr. Jürgen Römer mit Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Eberhard Lamm (Sparkasse) und dem Burgwalder Beigeordneten Erich Naumann und Bürg

Frankenberg - "Platz da." lautet der Titel einer Ausstellung, die sich mit dem Leerstand in Dörfern und Städten in Hessen und möglichen Lösungswegen befasst. Ziel ist es, weniger Land neu zu versiegeln und vorhandene Gebäude und Bauplätze zu nutzen. Die Botschaft: Es ist schon genügend Platz da.

Der demografische Wandel und seine Folgen - Leerstände in Ortskernen, Baubrachen und -lücken, Abwanderungen junger Menschen und resultierend sinkende Einnahmen für die Kommunen - beschäftigen Ortsbeiräte, Parlamente und Arbeitsgruppen im gesamten Landkreis und in weiten Teilen Hessens. Die Ausstellung des Hessischen Wirtschaftsministeriums, die bis zum 8. Oktober in den Räumen der Sparkasse in der Uferstraße zu sehen ist, beschäftigt sich mit Lösungsansätzen, guten Beispielen und konkreten Förderangeboten. Am Dienstag wurde sie von Dr. Jürgen Römer, Leiter der Stabsstelle Ländlicher Raum, Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis, eröffnet.

„Umbau. Modernisierung. Neubau. Räume nutzen. Lebensqualität schaffen.“ lautet der Untertitel der Ausstellung, die aus Stellwänden mit Informationen besteht, und fasst zugleich Schwerpunkte und Ziele zusammen. Nicht explizit im Titel genannt ist das Ziel der Landesregierung, nämlich das Wachstum der bebauten Flächen einzuschränken. „Jedes Jahr geht in Hessen eine Fläche so groß wie 1800 Fußballfelder für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren“, informierte Dr. Jürgen Römer. Das bezieht sich nicht nur auf Südhessen. „Derzeit ist der Regierungsbezirk Kassel im Vergleich einsam an der Spitze“, machte Römer deutlich. Pro Person kommen dort täglich 3,73 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsfläche hinzu.

Um diese Entwicklung zu bremsen, sollen bestehende Gebäude und leere Flächen in Ortskernen genutzt, modernisiert oder neu bebaut werden.

Dadurch würden auch die Ortskerne gestärkt. Dieses Thema betrifft vor allem die Menschen in den ländlichen Gebieten. Dort sorgen drei Probleme immer häufiger für Leerstände, sagt Römer: Erstens Gebäude, die aufgrund ihres Zustandes nicht mehr nutzbar sind, zweitens zu hohe Vorstellungen für Miet- oder Kaufpreise, drittens ungeklärte Rechtsverhältnisse.

Vorhandene Lösungen, darin waren sich die Anwesenden einig, können aber nicht pauschal auf alle Orte angewendet werden: Jede Gemeinde, jedes Dorf braucht eine passende Förderung und Berücksichtigung von Besonderheiten. „Es gibt kein Patentrezept“, sagte Erich Naumann, Beigeordneter der Gemeinde Burgwald. Dort, betonte Bürgermeister Lothar Koch, sei derzeit die Nachfrage nach Bauplätzen in Neubaugebieten groß. Auch in Frankenberg ist die Zahl der Einwohner angestiegen, wie Bürgermeister Rüdiger Heß mitteilte. Er verwies auf ein Leerstandskataster, das derzeit von der Verwaltung erstellt werde. Römer nannte die Jugend und die Mobilität als wichtigste Faktoren für Lebensqualität in den Dörfern. Eberhard Lamm, Geschäftsbereichsdirektor der Sparkasse, verwies auf das Zusammenspiel von bürgerschaftlichem Engagement, Denkmalschutz und Kommunen.

Die Ausstellung ist bis zum 8.Oktober in der Sparkasse in der Uferstraße zu sehen. Anschließend wird sie bis zum 22.Oktober in Battenberg aufgestellt, danach bis zum 30. Oktober in Rhoden.

Von Andrea Pauly

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