"Den Schülern mehr bieten"

Vorsitzende des Fördervereins der Edertalschule im HNA-Interview

Stehen beim Förderverein der Edertalschule an der Spitze: Dr. Kerstin Engelhard und Andreas Drechsel. Sie sind sich einig: Ohne Fördervereine hätten es die Schulen schwer. Foto: Daum

Frankenberg. Seit Beginn der Sommerferien leiten Dr. Kerstin Engelhard aus der Elternschaft und der Physiklehrer Andreas Drechsel die Geschicke des Vereins „Freunde und Förderer der Edertalschule“ in Frankenberg. Kurz vor dem Start des neuen Schuljahres haben sich die beiden mit der HNA zum Interview getroffen, um aufzuzeigen, warum Fördervereine für Schulen heute unverzichtbar sind.

Frau Dr. Engelhard, Herr Drechsel, sind Schulen ohne Fördervereine heute überhaupt noch denkbar? 

Andreas Drechsel: Nein, sicher nicht. Es ist zwar die Aufgabe des Landes Hessen, Schulmittel bereitzustellen. Aber alles, was über den normalen Standard hinaus geht, wird vom Land nicht finanziert. Hier setzen die Fördervereine an, die mit ihrer finanziellen Unterstützung beispielsweise dazu beitragen, dass Schulen wichtige Projekte, Veranstaltungen oder Studienfahrten organisieren und umsetzen können.

Sind denn die Landesmittel in den zurückliegenden Jahren stetig weniger geworden oder müssen die Schulen mehr Aufgaben erfüllen? 

Drechsel: Letzteres trifft zu. Natürlich hat es früher auch schon Klassen- und Studienfahrten gegeben. Doch die führen heute immer weiter weg und sind daher in der Realisierung teurer. Wir wollen den Schülern aber eben auch vermitteln, dass Europa immer stärker zusammenwächst und dass die Grenzen leichter zu überwinden sind. Die jungen Menschen wollen etwas von der Welt sehen und andere Kulturen kennenlernen.

Dr. Kerstin Engelhard: Die Schüler waren mit dem Orchesterprojekt sogar noch viel weiter weg - nämlich auf Konzerttournee in den USA, um dort zu spielen und Eindrücke zu gewinnen. Es sind aber längst nicht nur die Fahrten, die vom Förderverein unterstützt werden. Das ist nur ein kleiner Teil.

Was leisten Sie noch? 

Engelhard: Wir unterstützen die Edertalschule, wenn es darum geht, neue naturwissenschaftliche Materialien für die Schüler anzuschaffen. Auch die Jugend-forscht-Projekte werden vom Förderverein unterstützt. Wir tragen außerdem einen Teil dazu bei, wenn Projekte in den verschiedenen Fachschaften umgesetzt werden sollen und dafür Mittel benötigt werden. Hierzu gehört beispielsweise das experimentelle Arbeiten im Zuge des bundesweiten MINT-Projektes. Wir finanzieren zudem Sportgeräte oder Software-Programme für den administrativen Bereich der Schule. Auch die Erstellung und die Vorbereitung des Versandes der Jahrbücher gehört zu unseren Aufgaben.

Drechsel: Außerdem kommen noch repräsentative Aufgaben hinzu. Und weil wir das benötigte Geld selbst aus Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden generieren, sind unsere Mitglieder natürlich auch damit beschäftigt, Spendenquittungen auszustellen oder andere Verwaltungsaufgaben zu erledigen, die in einem Verein wie unserem anfallen.

Wenn Sie all diese Angebote unterstützen, stellt sich die Frage, ob Sie sich so auch gegenüber anderen Schulen behaupten wollen, um im Konkurrenzkampf besser dazustehen? 

Drechsel: Es wird sicherlich einen Wettbewerbsgedanken geben, nur steht der nicht im Vordergrund. Hauptgedanke ist, den Schülern über den normalen Schulbetrieb hinaus mehr zu bieten.

Engelhard: Aus Elternsicht ist es für mich auch nicht entscheidend, wie die Edertalschule im Vergleich zu anderen Schulen dasteht. In erster Linie geht es darum, dass die Schüler ein großes Angebot aus AGs, Schüleraustauschen oder Studienfahrten vorfinden und optimal gefördert werden. Es gibt sicher Kinder, die im eigenen Elternhaus nicht die Möglichkeit haben, ihren Horizont derart zu erweitern. Denen bietet sich dann eine große Chance, sich weiterzuentwickeln.

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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