Volkswandern in Frankenau

Vortrefflicher Eindruck vom künftigen Aushängeschild

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Der Frankenauer Volkswandertag führte auch durch den Weidengrund.

Frankenau - Vorbei an Hinterwälder Kühen, Soay-Schafen, Kaltblutpferden, Thüringer Waldziegen und Vorwerk-Hühnern wanderten am Donnerstag rund 70 Frankenauer und Gäste auf dem geplanten Arche-Pfad.

Alte und im Bestand gefährdete Haustierrasen standen im Mittelpunkt beim traditionellen Volkswandertag der Stadt Frankenau, ausgerichtet vom neu gegründete Verein „Arche-Region Frankenau/Kellerwald“. Rund 70 Männer, Frauen und Kinder aller Altersstufen wanderten rund acht Kilometer um die Ziegenbockstadt. Herbert Ruhwedel erläuterte die Tierrassen und ihre Bedeutung für die Erhaltung der wertvollen Kulturlandschaft. An der „Albensteinseite“ stellte er die Kühe und Kälber der Haltergemeinschaft Hinterwälder Rind vor. Die kleinste mitteleuropäische Rinderrasse pflegt um Frankenau 20 Hektar botanisch wertvolle Wiesen.

Im „Weidengrund“ bestaunten die Wanderer neben französischen Fleischrindern auch Rheinisch-Deutsche Kaltblutpferde und Ansbach-Triesdorfer-Rinder. „Im Rennbach“ weideten Rinder der typisch hessischen Rasse Rotes Höhenvieh, eine große Herde der kleinen Soay-Schafe und Schwarzwälder-Kaltblut-Pferde. Dort stieß auch der Ziegenbock „Hugo“ von Heinrich Caspar zur Wandergruppe. Er gehört zur Rasse Thüringer Waldziege.

Auf dem Mittelberg trafen die Wanderer den Schäfer Georg Schutte mit seinen Heidschnucken und Coburger Fuchsschafen. Sie wurden von einem Altdeutschten Hütehund bewacht. Auf den „Aspenwiesen“ weideten Bentheimer Landschafe. Auch Frankenvieh wird seit einem Jahr in Frankenau gehalten. Bei einem Quiz testeten die Wanderer ihr Wissen zu den seltenen Haustierrassen. Neun Teilnehmer hatten alle zwölf Fragen richtig beantwortet. Drei Gewinnerinnen wurden ausgelost: Heike Daude, Ulrike Schmidt und Marie Bornmann. Zum Mittagsessen trafen sich die Wanderer im Vereinshaus des Rassegeflügelzuchtvereins. In den Gärten und Gehegen sind auch bedrohte Hühnerrassen zu Hause: Lakenfelder und Vorwerk-Hühner.

Bürgermeister Björn Brede, der mit seinem Hund Finja mitgewandert war, freute sich über die perfekte Präsentation des noch jungen Arche-Vereins „Die Organisatoren haben wochenlang trainiert, damit die Tiere immer an den Zaun kamen“, sagte Brede scherzhaft. Vereinsvorsitzender Thomas Scheerer betonte, dass nirgendwo in Deutschland so viele seltene Tierrassen in einer einer so kleinen Region gehalten würden. Beim geplanten Arche-Tag am 28. September sollen nicht nur über 60 Rassen rund um die Kellerwaldhalle präsentiert werden, sondern auch der Arche-Pfad in der zweiten Arche-Region Deutschlands eingeweiht werden.

Bürgermeister Björn Brede zeichnete die ältesten und jüngsten Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus: Willi Röhling (83 Jahre), Renate Ruscher (75), Arne Schelberg (3) und Hannah Scheerer (7).

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