Neujahrsempfang der muslimischen Gemeinde "Ahamadiyaa Muslim Jamaat" in Battenberg

Vorurteile im Gespräch abbauen

+
Die islamische Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat Frankenberg“ hatte zum Neujahrsempfang eingeladen (v.l.): Imam Ansar Bilal, die Pfarrbeauftrage der katholischen Kirche Claudia Heuser, Battenbergs Bürgermeister Christian Klein, Safir Ahmad, Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn, Muneeb Ahmad, Frankenbergs Rathaus-Chef Rüdiger Heß, Kreisbeigeordnete Monika Svoboda und der Vorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Frankenberg, Muzaffar Ahmad. Foto: Thalheim

Battenberg - Mit einem Neujahrsempfang in der Battenberger Burgberghalle haben sich die Mitglieder der muslimischen Gemeinde "Ahmadiyya Muslim Jamaat Frankenberg" vorgestellt. Thema war auch der Terroranschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo".

Der Dialog zwischen den verschiedenen Religionen und Nationalitäten scheint in diesen Tagen wichtiger denn je: Seit Oktober des vergangenen Jahres sorgt die Pegida-Bewegung mit ihren Demonstrationen in Dresden und kleineren Ablegern in vielen weiteren Städten bundesweit für Aufsehen. Die Teilnehmer der Demonstrationen richten sich gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes. Die Statements der Pegida-Anhänger sind dabei geprägt von Vorurteilen und Intoleranz. Gleichzeitig missbrauchen immer wieder islamistische Extremisten und Terroristen den Islam für ihre Zwecke und verbreiten bei Terrorattacken Gewalt, die wiederum islam- und fremdenfeindliche Ressentiments fördern.

Eine gute Gelegenheit zum gemeinsamen Dialog und zum Abbau von Vorurteilen bot der Neujahrsempfang der „Ahmadiyya Muslim Jamaat Frankenberg“ am Freitagabend in der Battenberger Burgberghalle. Die Mitglieder der muslimischen Gemeinde hatten Nachbarn, Freunde und Förderer zu dem gemütlichen Empfang eingeladen, um über ihre Aktivitäten zu informieren und sich auszutauschen.

„Unentschuldbare Barbarei steht im Widerspruch zum Islam“

„Nur wenn man miteinander spricht und Gedanken austauscht, kann man Vorbehalte und Vorurteile überwinden und abbauen“, erklärte Battenbergs Bürgermeister Christian Klein in seinem Grußwort. Rund 60 Gäste kamen zu dem Neujahrsempfang in die Burgberghalle. Die Veranstalter und Gäste zeigten sich geschockt von den gewaltsamen Attacken zweier islamistischer Terroristen in Paris auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ sowie einer Geiselnahme in einem jüdischen Lebensmittelgeschäft und verurteilten diese Gewaltakte.

„Muslime in Deutschland und in ganz Europa sind geschockt. Wir verurteilen die Attacken aufs Schärfste. Diese unentschuldbare Barbarei steht im klaren Widerspruch zum Islam“, sagte Gastgeber Safir Ahmad. Der Imam Ansar Bilal aus Frankfurt erinnerte an die Grundsätze, die für jeden Muslim gelten. So sei es etwa Aufgabe eines Muslims, Unheil zu verhindern. Außerdem müssten alle Kräfte gebündelt werden, um der Menschheit zu dienen. Dies gelte ohne Eingrenzung von Hautfarbe oder jeglicher Nationalität. „Der Islam erlaubt unter keinen Umständen eine feindliche Haltung gegenüber Kritikern, geschweige denn eine Gewalttat oder gar ein Blutbad“, sagte Imam Bilal.

Battenbergs Bürgermeister Christian Klein betonte: „Der Feind unseres gemeinsamen Friedens ist keine Religion oder Hautfarbe, sondern einzig und allein Intoleranz und Menschenfeindlichkeit.“ Die Bürger im Edertal würden zeigen, dass es möglich sei, über Nationalitäten und Religionen hinweg friedlich und harmonisch zusammenzuleben. (tha)

Mehr zum Neujahrsempfang lesen Sie in der Frankenberger Zeitung von Montag, 12. Januar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare