Eon Mitte Wärme stellt Konzept für Kaserne vor · Offen für Partnerschaften

Wärme aus regenerativer Energie

Mehr als 75 Prozent der in der Burgwald-Kaserne benötigten Wärme stammt künftig aus regenerativen Energiequellen. Eon Mitte Wärme ist für die nächsten 20 Jahre für die Lieferung zustänig.

Frankenberg - Die EGF kann sich berechtigte Hoffnung machen, ihren Anteil an der Wärmeversorgung der Burgwald-Kaserne zu leisten. „Wir können uns durchaus die Beteiligung regionaler Partner vorstellen“, sagte Siegmund Laufer, Geschäftsführer der Eon Mitte Wärme GmbH auf Anfrage von WLZ-FZ.

Das Tochterunternehmen der Eon Mitte AG hat, wie gestern exklusiv gemeldet, von der Wehrbereichsverwaltung West mit Sitz in Düsseldorf den Auftrag zur Belieferung der Burgwald-Kaserne mit Wärme erhalten. „Wir freuen uns, dass wir mit unserem wirtschaftlichen und klimaschonenden Konzept überzeugt haben und uns so im Wettbewerb durchsetzen konnten “, erklärte Siegmund Laufer, Geschäftsführer der Eon Mitte Wärme GmbH. Ab Ende 2013 werde das EloKa-Bataillon einen Großteil der Wärme aus regenerativen Energiequellen beziehen.

Das Contracting-Modell zur Wärmeversorgung der Burgwald-Kaserne ist auf einen Zeitraum von 20 Jahren ausgelegt und wurde in dieser Woche vertraglich vereinbart. Auf diese Weise kann die Wehrbereichsverwaltung West mit dem neuen Wärmeversorgungskonzept ihre ehrgeizigen Klimaschutzziele erfüllen. Das Konzept sieht vor, dass mehr als 75 Prozent der 7000 Megawattstunden Wärme, die jährlich in der Kaserne benötigt werden, aus regenerativen Quellen stammen.

Pellets und Bioerdgas

Eon Mitte Wärme investiert knapp eine Million Euro in die Erneuerung der Wärmeversorgungsanlage. Dabei wird künftig eine Erdgas-Kesselanlage mit einer Leistung von 3,3 Megawatt in den Spitzenlastzeiten zum Einsatz kommen. Der regenerative Anteil der Wärmeversorgung wird mit einem Holzpelletkessel mit 700 Kilowatt thermischer Leistung abgedeckt. Die Grundlast wird ein Bioerdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 400 Kilowatt übernehmen. Das Bioerdgas für das BHKW stammt aus eigenen Anlagen der Eon Mitte Wärme, in denen erzeugtes Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet wird. Darüber hinaus wird das Modell durch ein zusätzliches kleineres Erdgas-BHKW zur Eigenstromversorgung der Heizungszentrale abgerundet. Die erzeugte Wärme wird über ein bestehendes Fernwärmenetz an die einzelnen Liegenschaften der Kaserne weiterverteilt. Dieses Netz wird auch künftig von der Bundeswehr selbst betrieben.

„Wir werden mit der konkreten Umsetzung unseres Wärmekonzeptes beginnen“, erklärte Laufer. „Dabei können wir uns durchaus auch die Beteiligung mit regionalen Partnern vorstellen.“

Eon Mitte Wärme ist seit Mai 1989 im Contracting-Markt für Wärme, Kälte, Dampf, Druckluft und Strom tätig. Neben dem Einsatz neuer Technologien wie beispielsweise Brennstoffzellen und Stirlingmotoren setzt das Unternehmen vor allem auf die regenerative Energieerzeugung. Im August hat Eon Mitte Wärme mit einem Partnerunternehmen bereits die zweite eigene Biogasanlage in Betrieb genommen. Weitere Anlagen sind derzeit in der Planung. In den Biogasanlagen bereitet Eon Mitte Wärme das Rohbiogas nach der Erzeugung in einer speziellen Anlage auf und speist es anschließend ins allgemeine Erdgasnetz ein. Eine dem eingespeisten Bioerdgas entsprechende Menge wird dem Erdgasnetz an anderer Stelle wieder entnommen und vor Ort mit Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Ein Teil dieses virtuell durchgeleiteten Bioerdgases wird auf diese Weise seine Verwendung in der Burgwald-Kaserne finden. Der Vorteil: „Die Wärme wird dort produziert, wo sie auch benötigt wird.“ (rou/r)

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