HNA-Interview

Wahl in Frankenau - Brede: "Bürger schätzen meine Offenheit"

Bürgermeister und Familienmensch: Björn Brede besucht zusammen mit seiner Frau Carolin, Tochter Marla und Hund Finja gerne das Gehege der seltenen Haustierrassen an der Kellerwaldhalle. Foto: Daum

Frankenau. Am 5. Juli ist Bürgermeisterwahl in Frankenau. Amtsinhaber Björn Brede (SPD) geht als einziger Kandidat ins Rennen. Die HNA blickt mit dem 37-Jährigen auf seine politische Arbeit zurück und fragt ihn nach seinen Zielen.

Herr Brede, vor sechs Jahren sind Sie das erste Mal angetreten und haben sich gegen vier Gegenkandidaten durchgesetzt. Nun sind Sie der einzige Kandidat. Ganz schön ungewohnt, oder?

Brede: Es ist schon ein ungewohntes Gefühl. Trotzdem gilt: Ich muss mich erneut um das Bürgermeister-Amt in Frankenau bewerben und den Bürgerinnen und Bürgern klar sagen, wie die Stadt mit ihren Ortsteilen künftig weiterentwickelt werden kann. In Gesprächen mit den Menschen lege ich zudem Wert darauf, ein Feedback zu bekommen und zu erfahren, was die Frankenauer gut oder noch als verbesserungswürdig ansehen.

Wie charakterisieren Sie Ihren persönlichen Stil, die Stadt Frankenau zu führen? 

Brede: Der Austausch mit den Menschen ist das A und O. Wir haben deshalb vor jeder Parlamentssitzung eine Bürgerfragestunde eingeführt, damit auch Bürger, die nicht in einem politischen Gremium sitzen, die Möglichkeit haben, zu politischen Themen und darüber hinaus Fragen zu stellen. Außerdem gehe ich ein bis zwei Mal im Jahr in jeden Stadtteil und biete dort Bürgersprechstunden an. Ich merke, dass die Bürger meine Offenheit schätzen und das treibt mich an. Wichtig ist zudem, dass ich meine Arbeit transparent gestalte und die Bevölkerung über neue Entwicklungen und Veränderungen öffentlich informiere.

Was gefällt Ihnen an Frankenau? 

Brede: Die Menschen sind offen und gastfreundlich. Hier wird ausgesprochen, was man denkt. Und wenn man miteinander spricht, kann man auch gemeinsam etwas erreichen. In den Aspekt spielt auch die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten hinein, die gut läuft. Wir haben es eingeführt, dass der Haushalt nicht nur mit dem Parlament, sondern auch zusammen mit den Ortsbeiräten aufgestellt wird.

Und was mögen Sie an der Arbeit als Bürgermeister am meisten? 

Brede: Es ist stets spannend, wenn man mit den Menschen und den Stadtverordneten in einem Ort etwas auf die Beine stellen kann. Was ich festgestellt habe, ist: Je kleiner die Orte sind, desto höher ist die Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat und desto stärker ist die Bereitschaft, zusammen etwas umzusetzen. Ich denke da mit Blick auf Frankenau zum Beispiel an die Feuerwehr, die unter anderem in Altenlotheim selbst Spenden gesammelt und damit einen Bus gekauft und den Anbau finanziert hat. Die Stadt hat nur das Material gestellt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Was war während Ihrer ersten Amtszeit schwierig? 

Brede: Als ich als Bürgermeister in Frankenau anfing, befand sich die Stadt finanziell in einer schlechten Lage. Es war abzusehen, dass Haushaltsgenehmigungen nicht mehr so leicht zu bekommen waren. Wir mussten also darüber sprechen, wie wir die Schuldenentwicklung Frankenaus in den Griff bekommen. Dass wir das mit Hilfe des Rettungsschirms des Landes geschafft haben, war gut und wichtig. Die Einschnitte, die damit verbunden waren, haben wir aber mit einer 50:50-Regelung für die Bürger etwas abfedern können. Wir haben zwar auch Steuern und Gebühren leicht erhöht. Den anderen Teil, den wir einsparen mussten, haben wir aber durch weniger Ausgaben im Haushalt und Einnahmen durch interkommunale Zusammenarbeit erreicht.

Was Brede als die größten Erfolge seiner Amtszeit sieht und wie er seine junge Familie und den Job unter einen Hut bekommt, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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