Die Online-Aktivitäten der fünf Bewerber um das Frankenberger Bürgermeisteramt im Überblick

Der Wahlkampf in der „virtuellen Welt“

- Frankenberg (rou). Bürgernah wollen sie sein und einen intensiven Austausch mit den Menschen pflegen – das haben die fünf Bürgermeisterkandidaten bei der Vorstellung der Wahlprogramme erklärt. Im Internet sind alle fünf vertreten, doch nur wenige bespielen die komplette Klaviatur „moderner“ Online-Kommunikationsmittel.

US-Präsident Barack Obama war einer der ersten Politiker, die gezeigt haben, dass in der virtuellen Welt des Internets ein intensiver und vor allem erfolgreicher Wahlkampf geführt werden kann. Seine Botschaft „Yes we can“ verbreitete er nicht nur auf der Straße, bei Wahlkampfveranstaltungen oder im Fernsehen, sondern auch über die Kommunikationsmittel, die das weltweite Datennetz bietet. Mit durchschlagendem Erfolg: vor allem in Wählergruppen, die er über die althergebrachten Wege vermutlich nicht erreicht hätte – also Jungwähler, die ihre Freizeit hauptsächlich im Internet verbringen.

Inzwischen sehen auch deutsche Politiker eine Selbstverständlichkeit darin, sich und seine Ziele­ auf einer eigenen Homepage ins rechte Licht zu rücken, mit Wählern per E-Mail zu kommunizieren, die „Follower“ per Kurznachrichtendienst „Twitter“ über Ideen, Reden, Aktivitäten oder politische Entscheidungen brandaktuell­ zu informieren und bei „Facebook“ Freunde zu sammeln oder den Wettbewerb um die meisten „Gefällt mir“-Klicks zu gewinnen.

Die Reden der Bundeskanzlerin an die Nation sind längst nicht mehr nur im Fernsehen, sondern Woche für Woche auch im Internet zu sehen. Und Regierungssprecher Seibert rechtfertigt die Politik der Bundesregierung nicht wie seine Vorgänger überwiegend in der Bundespressekonferenz, sondern rund um die Uhr über die Plattformen, die als soziale Netzwerke bezeichnet werden.Welche Bedeutung messen die fünf Bewerber um das Frankenberger Bürgermeisteramt dieser Form des Meinungsaustauschs und der Selbstvermarktung bei?

Bernd Bluttner (CDU) präsentiert unter der Adresse www.bluttner.de Neuigkeiten und Impressionen rund um seinen Wahlkampf. Einen Schwerpunkt nimmt die Vorstellung seines Wahlprogramms ein. Ferner ruft er zur Teilnahme an einem Ideenwettbewerb auf. Über ein Kontaktformular kann man mit ihm in Verbindung treten. Der Stadtrat „tummelt“ sich außerdem in den sozialen Netzwerken „Facebook“ (http://www.facebook.com/Bluttner) und „Google+“. Stand gestern Mittag hat 58 Menschen „gefallen“, was der Frankenberger bei „Facebook“ tut. Dort und auch bei „Google+“ hat Bluttner etliche Fotos eingestellt, die ihn in verschiedenen Lebenssituationen zeigen: als Kommunalpolitiker und auch ganz privat, beispielsweise bei der Gartenarbeit oder beim Skifahren.

Daniela Neuschäfer (SPD) verfolgt ein anderes Konzept. Unter Umständen soll es zeitnah bei „Facebook“ eine Fanpage von ihr geben, über die sich ihre Anhänger über ihren Wahlkampf informieren können. Einen eigenen Account plant sie aber ebenso wenig wie das Versenden von Kurznachrichten über „Twitter“. Zum einen kenne sie sich mit diesen Plattformen nicht aus, zum anderen, und das sei für sie ausschlaggebend, sei ihr der Dialog per E-Mail und vor allem das persönliche Gespräch viel wichtiger, weil „es intensiver“ sei, betont sie gegenüber WLZ-FZ. Seit gestern ist auch ihre Internetseite online, die über die Adresse www.daniela-neuschaefer.de zu erreichen ist. Nachzulesen sind dort ihr Wahlprogramm und Informationen über sie als Person. Außerdem hat die Diplom-Pädagogin ihre Termine sowie Bildergalerien eingestellt.

Nicolas Hansen (parteilos) wirbt auf diversen Kanälen für sich – jedoch mehr oder weniger intensiv. Seine Internetseite ist unter www.hansenfkb.de zu erreichen. Verfügbar ist das Wahlprogramm, außerdem gibt er Antworten auf Fragen, die Frankenberger interessieren könnten: von seinen Standpunkten zum Thema Biogas bis zur Schweinemast. Eine direkte Kontaktmöglichkeit besteht ebenso wie die Ansicht von Fotos. Hansen tritt gleich über drei soziale Netzwerke in Kontakt zu Menschen: bei „Xing“, bei „Wer kennt wen“ und neuerdings auch per „Facebook“. Beim Kurznachrichtendienst „Twitter“ hat er sich als „HansenFkb“ angemeldet. „Der Dialog über das Internet ergänzt den persönlichen Kontakt in zunehmendem Maße und ist somit ein Stück Bürgernähe“, betont Hansen gegenüber unserer Zeitung. „Als Bürgermeisterkandidat bietet sich hier zudem die Gelegenheit, den Kontakt auch zu jüngeren, eher politisch weniger interessierten Menschen aufzubauen und zu pflegen.“Rupert Jaeschke (parteilos) hat für den Wahlkampf eine neue politische Homepage „aufgesetzt“. Unter der Internetadresse www.rupert-music.de hat er bereits in den vergangenen Monaten über sich und seine Hobbys informiert, unter www.jaeschke-euro.eu hat er sich als selbstständiger Berater vorgestellt. Unter www.jaeschke-fuer-frankenberg.de sind nun auch seine Standpunkte zur Frankenberger Kommunalpolitik nachzulesen. Auch er bietet dort die Pflicht-Informationen: Lebenslauf, Wahlprogramm, Kontaktmöglichkeit, Termine. Wer sich für den Diplom-Volkswirt und seinen Wahlkampf interessiert, kann einen RSS-Feed abonnieren. Kontakte knüpft er bei der Business-Plattform „Xing“ und in „Facebook“ (http://facebook.com/rupertj1).

Rüdiger Heß (parteilos) sieht in einer eigenen Homepage mittlerweile einen Standard, den jeder Bürgermeisterkandidat erfüllen müsse. Seine Seite ist unter der Adresse www.ruedigerhess.net im Internet zu finden. Sie bietet eine Übersicht über die Termine des Altbürgermeisters, Angaben zu seiner Person und seinen Aktivitäten im bisherigen Wahlkampf. Als einziger Bewerber weist er auf der Startseite direkt auf die Möglichkeit der Briefwahl hin. Per E-Mail ist der Dialog mit dem Altbürgermeister möglich, außerdem ist ein Kontaktformular für all die eingerichtet, die ihn im Wahlkampf finanziell unterstützen wollen. Mit seinem Unterstützerkreis berate er noch, ob er auch die sozialen Netzwerke für den Wahlkampf nutzen soll, erklärt er auf WLZ-FZ-Anfrage.

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