Wie sich der Landkreis um Asylbewerber kümmert

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Wöchentlicher Besuch: Asylbetreuerin Claudia Schäffer (Mitte) und Irmgard Eckel (links daneben) vom Landkreis haben wieder wichtige Unterlagen für die Asylbewerber in Holzhausen mitgebracht. Dafür treffen sich alle im Gruppenraum des Hauses.

Holzhausen. „Do you speak English?“, fragt Claudia Schäffer den fremden Mann und begrüßt ihn mit einem freundlichen Handschlag. Er kommt aus Eritrea in Afrika und ist mit seiner Familie neu in die Asylbewerber-Unterkunft in Holzhausen gekommen.

17 Flüchtlinge sind derzeit in der ehemaligen Pension in dem Hatzfelder Stadtteil untergebracht, die meisten sind Sinti und Roma aus Mazedonien, Serbien und dem Kosovo.

Asylbetreuerin Claudia Schäffer kommt mindestens ein Mal pro Woche. Sie ist eine von vier Mitarbeitern des Fachdienstes Soziale Angelegenheiten des Kreises und derzeit für drei Gemeinschaftsunterkünfte und Privatwohnungen von Asylbewerbern im Südkreis und im Raum Bad Wildungen zuständig.

„Es ist wichtig, den Leuten ein Lächeln entgegenzubringen“, sagt Schäffer, die den Job seit 22 Jahren macht. Sie trägt Jeans, Kapuzenpulli und Lederjacke und geht offen auf die Fremden zu. Viele kennt sie schon mit Namen.

Heute hat sie wieder viel Post mitgebracht. „Deutschland liebt ja Papier“, sagt sie und verteilt Anträge, Info-Zettel und Krankenscheine. Jeder Asylbewerber hat sogar eine eigene Steuernummer. Eine der Frauen ist schwanger, für sie hat Schäffer einen Termin beim Frauenarzt ausgemacht. Ihre Mithilfe ist bei Schriftverkehr mit Behörden, Erfüllung der Meldepflichten und Suche nach Behandlungsmöglichkeiten gefragt. Und sie kümmert sich darum, dass die Kinder in Schule oder Kindergarten angemeldet werden. „Es ist ganz wichtig, dass sie gleich Kontakt bekommen“, sagt Irmgard Eckel, zuständige Sachgebietsleiterin des Landkreises.

Die meisten Unterlagen heute hat Claudia Schäffer für die neue Familie aus Eritrea dabei: die Adresse des Hauses, ihre Telefonnummer im Landratsamt, Stadtpläne von Hatzfeld und Frankenberg, wichtige Nummern von Ärzten, die Nummer des Anruf-Sammel-Taxis und den Busplan, der für die Menschen hier sehr wichtig ist, weil sie ihre Lebensmittel selbst einkaufen müssen. Für den Lebensunterhalt zahlt der Landkreis Geld an die Flüchtlinge aus.

Aus Holzhausen rauszukommen, ist für die Asylbewerber nicht einfach, gibt die Asylbetreuerin zu, die meiste Zeit verbringen sie in der Unterkunft, gucken Fernsehen und versorgen ihre Familien. Arbeiten dürfen sie im ersten Jahr in Deutschland nicht. „Dieses Nichtstun ist für alle Menschen ein Problem, nicht nur für die Flüchtlinge“, sagt Claudia Schäffer.

„Jetzt, wo das Wetter besser ist, gehen die Familien auch mal auf den Spielplatz, die Jungs spielen auf dem Sportplatz Fußball“, sagt Türkan Celik, die für den Hausbesitzer als Betreuerin für das Haus und die Bewohner arbeitet.

Von Jörg Paulus

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Quelle: HNA

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