Strom abschalten als letztes Mittel

Waldeck-Frankenberg. Rund 800.000 Haushalten in Deutschland stellen die Energieversorger den Strom oder das Gas ab, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden.

Die Gründe liegen nicht nur in der Zahlungsmoral begründet. Sozialverbände und Verbraucherzentralen beklagen nach mehreren Preiserhöhungen eine wachsende Armut der Bevölkerung.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg hält sich die Zahl der Stromabschaltungen in überschaubaren Grenzen. 55 Haushalten aus dem Versorgungsgebiet der Energie-Gesellschaft Frankenberg (EGF) wurde im Jahr 2011 der Strom abgestellt, berichtete Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter. Niemand werde einfach der Strom abgedreht, stellte Schleiter klar. Abschalten sei nur das letzte Mittel in einer langen Kette von Mahnungen und Sperrandrohungen. Für Menschen, die ihr Geld nicht bis zum Monatsende einteilen können, hat die EGF Chipzähler im Angebot, die man wie eine Geldkarte auflädt.

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Hintergrund

„Die erste Mahnung kommt meistens nach vier Wochen“, sagt Eva Raabe, Leiterin der Verbraucherzentrale in Kassel. Eine „Sperre“ ist nach ihren Worten vier Wochen nach Mahnung und Sperrandrohung möglich, wenn ein Stromkunde mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist. „Betroffene sollten sich unverzüglich mit dem Stromversorger in Verbindung setzen“, rät Eva Raab solchen Kunden, die eine Sperrandrohung erhalten haben. Oft stelle sich heraus, dass Kunden zu viel Strom verbrauchen. Hilfe böten dann Verbraucherzentralen und Energieberatungsstützpunkte.

Kontakt: Verbraucherzentrale Kassel, 0561/104905. Email: kassel@verbraucher.de

Quelle: HNA

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