Neujahrskonzert der Kiwanis Ederbergland

Walzer und Polka bei den Kiwanis

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Stefan Ottersbach leitet das Johann-Strauß-Orchester aus Frankfurt, das beim Neujahrskonzert des Kiwanis-Clubs Ederbergland vor allem Stücke aus Strauß Operette „Die Fledermaus“ interpretierte.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg - Ein festliches Neujahrskonzert hat das Frankfurter Johann-Strauß-Orchester dem Publikum in der Ederberglandhalle beschert. Die 450 Zuhörer bejubelten vor allem den Gesang der Solistin Cecilia Berglund.

Der Service-Club Kiwanis Ederbergland hilft vor allem Kindern mit wohltätigen Projekten. Weil laut dem Präsidenten Erhard Pauly Musik Kindern ebenfalls hilft - „sie werden konzentrierter und können besser lernen“ - passt das Neujahrskonzert zu den Ideen der Kiwanis. Die haben sich schon ein neues Ziel gesetzt, welches Projekt sie als nächstes finanzieren möchten: „Wir wollen die frühkindliche musikalische Erziehung fördern“, sagt Pauly. Dafür sammelt der Club derzeit Bilder und Gemälde, die er für den guten Zweck verkaufen möchte.

Doch zunächst stand das Konzert mit dem Frankfurter Johann-Strauß-Orchester an: Am Montagabend eröffneten die Musiker das Konzert in der Ederberglandhalle mit den ersten tirilierenden Tönen der Ouvertüre aus der Operette „Eine Nacht in Venedig“. Lustige Melodien schwebten sogleich durch den Saal und erzählten vom Karnevalstreiben in Italien.

Kurze Ausflüge machte das Orchester in Stücke aus den beiden Operetten „Wiener Blut“ und „Der Zigeunerbaron“.So wechselten sich fröhliche Weisen mit fulminanten Stücken, die in lauten Trommelschlägen endeten.

Die Stimme der Solistin Cecilia Berglund kam vor allem beim Walzer „Frühlingsstimmen“ zu voller Geltung. Die Sängerin meisterte die anspruchsvollen, hellen Töne mit kräftiger Stimme in einem glockenreinen Sopran.

Den größten Teil des Konzerts gestalteten die Musiker aus Frankfurt mit Stücken aus Strauß bekanntester Operette „Die Fledermaus“. Viele Werke begleitete Berglund mit ihrem Gesang. Zu „Mein Herr Marquis“ pries sie dem Publikum ihre Vorzüge in einem golden schimmernden Kleid, während sie „Klänge der Heimat“ mit sehnsuchtsvoller Freude interpretierte.

Im Repertoire hatte das Orchester auch eine flotte Polka aus der bekannten Operette, die von gewaltigen Tönen des Schlagwerks eingerahmt wurde. Die eigene Fingerfertigkeit und das Facettenreichtum von Strauß Kompositionen stellten die Musiker direkt nach der Pause glanzvoll unter Beweis: Sie eröffneten den zweiten Teil mit der Ouvertüre der „Fledermaus“. Ein lauter, schneller Auftakt verklang in zarten Tönen. Trompeten traten mit Violinen in einen Dialog, um sich dann zu vereinen zu einem harmonischen Walzer. Der Einstieg in die berühmteste Operette der Musikgeschichte endete für einen Walzer typisch: Mit lautem Schlagwerk.

Ganz untypisch endete hingegen der Walzer „Lava-Ströme“.

Den komponierte Strauß laut dem Dirigenten Stefan Ottersbach 1850, als er das Orchester seines Vaters nach dessen Tod übernahm. Die Musiker aus Frankfurt interpretierten gekonnt den fulminanten Einstieg in das Werk, der einen musikalischen Vulkan ausbrechen ließ. Die Töne veränderten sich zu einem leise dahinfließenden, heißen Lava-Strom, von dem sich einige Paare in der Ederberglandhalle mitreißen ließen und zwischen den Sitzreihen anfingen, Walzer zu tanzen. Als das Stück einfach leise ausklang, blieb das Publikum kurzzeitig verwirrt zurück und applaudierte schon vor den Schlusstönen. „So ging es den Gästen bei der Premiere des Stücks auch“, sagte der Dirigent mit einem Lachen.

Während das Orchester sich bei der Interpretation der Strauß‘schen Werke ganz dem Wiener „Schmäh“ verschrieb, zeigten sie bei dem Kaiserwalzer, den Strauß schrieb, als er deutsches Staatsbürger geworden war, deutsche Genauigkeit. Zum Abschluss des Konzerts belohnte das Publikum die Gäste mit tosendem Applaus und forderte mehrere Zugaben ein.

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