Wanderführer Herbert Turian mit Tipps und Tricks zum Wandern

Frankenberger Land. Am heutigen 1. Mai begeben sich wieder viele Menschen auf Wanderschaft. Und für viele Wandervereine, die das ganze Jahr über auf Tour sind, ist dieser Termin der Start in die Wandersaison. Was das Wandern so reizvoll macht und worauf man dabei achten muss, das verrät der Rosenthaler Wanderführer Herbert Turian heute im Interview.

Herr Turian, in den Ankündigungen in der Zeitung sieht man, dass viele Wanderungen tagsüber in der Woche stattfinden. Ist Wandern nur ein Hobby für Rentner, die viel Zeit haben?

Herbert Turian: Das sehe ich nicht so. Bei uns zum Beispiel bin ich der einzige Rentner im Vorstand. Wir wandern nicht unter der Woche, sondern immer sonntags. Für die Mütter und Väter ist das aber auch nicht optimal. Die wollen den Sonntag lieber mit der Familie verbringen. Wandern ist ein Hobby, das sich lohnt und für jede Altersgruppe geeignet ist. Es fördert die Gesundheit und ist für jeden Geldbeutel erschwinglich.

Welcher ist der Tag, an dem traditionell am meisten gewandert wird? Der 1. Mai, Fronleichnam oder Himmelfahrt?

Turian: Am 1. Mai wandern bei uns in der Region die meisten Vereine und Gruppen. Passend zum Frühlingsbeginn, weil die Leute hoffen, dass dann die Natur am schönsten ist.

Wandern findet in der Regel im Verein statt. Sollte es häufiger wieder das Volkswandern geben, um Wandern in der Öffentlichkeit stärker bekannt zu machen?

Turian: Ich sehe es nicht so, dass Wandern vor allem im Verein stattfindet. Auf den Wanderwegen in unserer Region sehe ich auch häufig Familien- oder Freundesgruppen. Öfter als ein Mal im Jahr muss Volkswandern heute eher Wandertag genannt nicht sein, weil jeder Verein andere Schwerpunkte hat. Was heute verstärkt angeboten wird, sind Themenwanderungen. Beispielsweise hat unser Verein zwei Grenzsteinwanderwege ins Leben gerufen.

Ein anderes Mittel, um Wandern öffentlicher zu gestalten, ist das Deutsche Wanderabzeichen, das seit vier Jahren vom Deutschen Wanderverband verliehen wird. Das Abzeichen ist eine Belohnung für regelmäßiges Wandern, nicht nur im Verein. Welche Strecke schafft man als Wanderer in einer Stunde?

Turian: Ein normaler Wanderer schafft in einer Stunde ohne Pausen vier Kilometer. Bei einem Anfänger sind es drei Kilometer. Ein guter Profi-Wanderer schafft fünf bis sechs Kilometer.

Welche Vorteile habe ich als Mitglied in einem Wanderverein?

Turian: Mitglieder können aus einem abwechslungsreichen Programm auswählen und bei den Wanderungen eine tolle Gemeinschaft erleben. Der Mitgliedsbeitrag lohnt sich, denn davon finanzieren wir unter anderem den Versicherungsschutz sowie Schilder, auf denen Fakten zur Natur und zur Geschichte stehen. Außerdem pflegen wir regelmäßig Bänke und Wegweiser.

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Quelle: HNA

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