Neues Siegel für Extratouren

Wanderwege sind weiter "Premium"

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Bürgermeister, Wegepaten und Silvia Fried von der Ederbergland-Touristik freuen sich über die neuen Siegel für die sieben „Premium-Wanderwege“ in der Region.Foto: Mark Adel

Battenberg - Urlauber achten bei der Auswahl ihrer Reiseziele auf Auszeichnungen und Bewertungen. Für den Tourismus im Ederbergland ist deshalb das Deutsche Wandersiegel von besonderer Bedeutung.

Die im Jahr 2009 erstmals zertifizierten Wege haben erneut das für drei Jahre gültige Wandersiegel bekommen. „Sogar mit noch höherer Punktzahl“, berichtet Silvia Fries, Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik. Gemeinsam mit den „Wegepaten“ und den Bürgermeister Rüdiger Heß (Frankenberg), Heinfried Horsel (Battenberg), Karl-Friedrich Frese (Bromskirchen) und Claus Junghenn (Battenberg) informierte sie am Dienstag im Battenberger Rathaus über die Verlängerung der Siegel. Die Wandertouren dürfen als „Premiumwege“ bezeichnet und beworben werden.

Ausgezeichnet wurden die Extratouren"Nuhnehöhenweg" in Rengershausen, "Butzmühlenweg" in Schreufa,"Lindenhardt" in Dodenau,"Oberlinspher Weg" in Bromskirchen,"Klippenpfad" in Rennertehausen, "Panoramapfad" in Hatzfeld, "Drachenflug" in Battenberg und Reddighausen. Der Drachenflug-Weg bekommt das Siegel noch – es fehlt noch ein Wegweiser. „Das zeigt, wie streng die Kriterien sind“, sagt Silvia Fries.

Stärken und Schwächen eines Wegs würden genau umfasst und bewertet. Für jeden Kilometer würden 34 Kriterien überprüft: Zum Wegeformat, zur Landschaft, zu Sehenswürdigkeiten, zu Wegwesern und mehr.

Fries dankte den Wegepaten aus den Wandervereinen Walter Sellmann, Günter Rohde, Karl Spies, Karl-Heinz Seibel, Reinhard Kappes, Dietmar Knorra, Marion Backhaus und Reinhard Hufschild. Sie haben die Routen ausgesucht, markiert und kümmern sich um die Pflege. Auch die Bauhöfe der Kommunen halten die Wege instand.

Wegen des Aufwands sei die Zertifizierung nur bei Wegen von besonders hoher Qualität sinnvoll, erklärt Fries. 7000 Euro kostet die Prüfung: „Das lohnt sich im Marketing“, denn Touristen würden auf solche Auszeichnungen achten. Das bestätigte der Hatzfelder Wegepate Karl Spies. „Bei uns stehen oft auswärtige Autos“, erklärte er. „Das ist die Werbung. Da kommen Leute, die sonst gar nicht auf uns aufmerksam werden würden.“ Bei der Vermarktung hilft unter anderem das Internet. „Wir bekommen viele Klicks von Interessenten, die über die Seite des Deutschen Wanderinstituts auf uns stoßen“, erklärt Fries.

Auch Einträge in kleinen Büchern, die an einigen Wegen, geschützt in Kisten, ausliegen, zeugen von zufriedenen Wanderern. Wegepaten und Silvia Fries berichteten gleichermaßen von vielen positiven Rückmeldungen. „Das Wandern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert“, sagte Walter Sellmann, langjähriger Vorsitzender des Gebirgs- und Wandervereins Oberes Edertal. Früher seien lange Strecken erwandert worden. „Heute wird ein fertiges Angebot gewünscht.“

Bei den Extratouren handelt es sich um eher kürzere Rundstrecken. Einig sind sich Wegepaten und Bürgermeister aber auch, dass nicht nur Urlauber von dem Angebot profitieren. „Auch die heimische Bevölkerung nimmt das sehr gut an“, sagte Walter Sellmann. „Es ist auch ein Standortvorteil“, bestätigte Bürgermeister Horsel. Wie viele Menschen wirklich die Wege nutzen, soll nach Angaben von Silvia Fries in diesem Jahr in einem ungewöhnlichen Projekt ermittelt werden: Dazu werden an einigen der Extratouren Lichtschranken zur Zählung der Wanderer installiert.

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