Warten auf Genehmigung für Windräder in Gemünden

+
Wie auf diesem Symbolfoto sollen auch für die Windräder bei Gemünden Bäume gefällt werden.

Gemünden. Ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel zum Stopp von Baumfällarbeiten für Windkraftanlagen in Bad Endbach (Marburg-Biedenkopf) hat keine grundsätzliche Bedeutung für die geplanten Windräder in Gemünden.

Dies erklärten Bürgermeister Frank Gleim und die Verbands-Energie-Werk-Gesellschaft (VEW) Waldeck-Frankenberg auf HNA-Nachfrage. In Gemünden werde man nicht vor Erteilung einer Genehmigung unter Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Belange mit der Rodung von Waldflächen beginnen.

In Bad Endbach hatte eine solche Genehmigung für die insgesamt drei betroffenen Anlagen noch nicht vorgelegen, das Regierungspräsidium Gießen hatte aber den vorzeitigen Beginn der Rodungsarbeiten zugelassen. Für zwei der drei Anlagen hatte das Verwaltungsgericht Gießen dies bestätigt.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel war anderer Ansicht: Es sei nicht auszuschließen, dass mit den Rodungen Lebensräume geschützter Tierarten möglicherweise zerstört und so vollendete Tatsachen geschaffen würden, die nicht rückgängig zu machen seien, sollte das Vorhaben letztlich doch nicht genehmigt werden. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte gegen das Fällen der Bäume geklagt.

„In Gemünden läuft zur Zeit das avifaunistische Gutachten zum geplanten Windparkstandort“, berichtete Bürgermeister Frank Gleim gegenüber der HNA. Das bedeutet: Die Gesamtheit aller in der Region vorkommenden Vogel- und Fledermausarten wird erfasst. In diesem Gutachten werden außerdem der unbelaubte Baumbestand zur Erfassung von Vogelhorsten, die Vogelzüge im Frühjahr und im Herbst sowie sämtliche Brutgebiete kartiert, erklärte Pressesprecherin Heike Bayerköhler von der Energie-Waldeck-Frankenberg (EWF), zu der die VEW als Schwestergesellschaft gehört.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare