Grünen-Politiker ist jetzt Staatsrat

Was der ehemalige Vize-Landrat Jens Deutschendorf in Bremen macht

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Offizieller Termin: In einem Bremer Parkhaus eröffnete Jens Deutschendorf vor einigen Wochen mit der Geschäftsführerin der dortigen kommunalen Parkhausgesellschaft, Erika Becker, neue Komfortstellplätze.  

Bremen. In Waldeck-Frankenberg war Jens Deutschendorf (Grüne) Erster Kreisbeigeordneter und Vize-Landrat. Seit August des vergangenen Jahres arbeitet er in Bremen als Staatsrat bei Joachim Lohse (Grüne), dem dortigen Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.

Im Interview mit unserer Zeitung berichtet der 40-Jährige von seinem neuen Job und davon, wie er sich in Bremen eingelebt hat. 

Wie war Ihr erster Arbeitstag? Gab es besondere Begrüßungsrituale?

Jens Deutschendorf: Ich bin sehr herzlich empfangen worden. Rituale in dem Sinne gab es nicht, aber der Raum war geschmückt mit Luftballons und an einer Tafel standen in großen Lettern die Wörter „Herzlich Willkommen und einen guten Start“. Nach dieser freundlichen Begrüßung habe ich aber schnell zugesehen, mich in alle Prozesse hineinzufinden und die Arbeit zu erfassen. Es ging also auch gleich sehr intensiv los.

Wohnen Sie nach dem Umzug mit Ihrer Familie zusammen in Bremen?

Deutschdorf: Ja. Wir sind alle zusammen umgezogen und leben jetzt in einem Reihenhaus im Stadtteil Walle. Unsere Kinder gehen hier zur Schule. Walle ist einerseits städtisch geprägt, auf der anderen Seite sind aber auch der Bürgerpark und das so genannte Bremer Blockland gut zu erreichen. Dort ist es schön grün und dort kann ich wunderbar weiter meinem Hobby, dem Radfahren, nachgehen. Ins Büro fahre ich morgens ohnehin immer mit dem Fahrrad. Das hat sich im Vergleich zu meiner Zeit in Waldeck-Frankenberg nicht geändert.

Was vermissen Sie an Ihrer alten Heimat Korbach und Waldeck-Frankenberg?

Deutschendorf: Zunächst will ich betonen, dass mir mein neuer Job und die Stadt Bremen sehr gut gefallen. Natürlich gibt es große Unterschiede im Vergleich zu Waldeck-Frankenberg. Wir denken alle gerne an die Zeit in Nordhessen zurück. Im Alltag habe ich allerdings wenig Zeit, um etwas zu vermissen.

Was sind aktuell die wichtigsten und dominierenden Themen, mit denen Sie sich in Bremen befassen?

Deutschendorf:Der Wohnungsbau steht beispielsweise ganz oben auf der Agenda und damit die Frage, wie in Zukunft bezahlbarer Wohnraum in Bremen bereitgestellt werden kann. Wir haben eine hohe Dynamik in der Stadt, es wird sehr viel gebaut. Die Mieten steigen in Bremen ebenso wie im Bundestrend an. Wir arbeiten daher intensiv daran, die Nachfrage nach Wohnbauflächen zu decken. Ein weiteres zentrales Thema ist der Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Bremen. Dabei geht es nicht nur um Straßen und Brücken, sondern auch um die Erweiterung des Straßenbahnnetzes.

Was unterscheidet den Waldecker vom Bremer?

Deutschendorf: Das ist eine schwierige Frage. Ich finde die Unterschiede in der Mentalität nicht so besonders groß. Ich komme mit den Menschen hier vor Ort und ihrer Art und Weise gut zurecht.

Bei der ersten Begegnung mit der Bremer Presse wurden Sie etwas misstrauisch beäugt – nach dem Motto: Was qualifiziert einen Vize-Landrat aus Nordwaldeck für den Posten eines Staatsrats in einer Großstadt wie Bremen? Wie haben Sie das empfunden?

Deutschendorf:Ich fand die Frage in Ordnung und habe sie auch gut beantworten können. Ich denke, dass ich für den Job einiges mitbringe. Dazu gehören unter anderem meine Erfahrungen im Verwaltungsbereich. Außerdem habe ich Stadtplanung studiert. Eines ist aber auch klar: Wenn ein Neuer kommt, sind die Menschen natürlich neugierig. Da wollen sie automatisch wissen, was der Neue mitbringt. Daher war im Umkehrschluss die Frage auch nachvollziehbar. Letztlich muss ich im Job beweisen, was ich kann.

Waren Sie schon einmal im Weserstadion bei einem Spiel des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen?

Deutschendorf:Ja, und zwar beim 1:1 gegen Hoffenheim. Es hat viel Spaß gemacht. Es war eine gute zweite Halbzeit und am Ende waren wir alle glücklich und zufrieden, dass wir nach dem Rückstand noch einen Punkt geholt haben.

Quelle: HNA

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