Filter-Versuchsanlage im Wiesenfelder Tiefenbrunnen läuft in drei Wochen

Das Wasser kann wieder fließen

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Burgwald-Wiesenfeld - Der Tiefenbrunnen in Wiesenfeld ist seit knapp zwei Jahren außer Betrieb, weil das Wasser verunreinigt ist. Jetzt läuft er wieder – um zu testen, ob Aktivkohle das Wasser säubern kann.

Seit einigen Tagen wird im Tiefenbrunnen wieder Wasser gefördert. Nur gelegentlich wurde laut Wassermeister Thomas Neugebauer in den vergangenen Monaten testweise gefördert, um zu prüfen, ob die Pumpen noch laufen. In das Wassernetz eingespeist wird das Wasser nicht mehr – weil eine Verunreinigung mit Tetrachlor-?ethen festgestellt wurde. Seither kauft die Gemeinde Wasser ein, statt es selbst zu fördern – mit erheblichen Kosten. Die Gemeinde arbeitet nun mit dem „Technologiezentrum Wasser“ in Karlsruhe zusammen (FZ berichtete). „In einem Versuch wird getestet, ob die Verunreinigung im Wasser mit Aktivkohle herausgefiltert werden kann“, erklärte Bürgermeister Lothar Koch. Normalzustand simulieren Die nötige Anlage und zwei verschiedene Sorten Aktivkohle sind bereits angeliefert. In der nächsten Woche kommen laut Neugebauer Mitarbeiter des Technologiezentrums, um sie aufzubauen. In zwei Säulen werde dann die Kohle gefüllt. Das geförderte Wasser läuft durch die Kohle – und am Ende werden regelmäßig Proben entnommen, um zu testen, ob das Tetrachlorethen herausgefiltert werden kann. Wie Neugebauer erklärte, läuft der Brunnen seit ein paar Tagen wieder. „Das geförderte Wasser wird in den Vorfluter Heiligenbach geleitet – etwa 50 bis 60 Kubikmeter in der Stunde.“ Die Verunreinigung sei aber so verschwindend gering, dass es keine Bedenken gebe. Die Untere Naturschutzbehörde habe dies zuvor genehmigt. Bevor der Test mit der Aktivkohle startet, müssen Betriebs-bedingungen hergestellt werden. Daher läuft der Brunnen bereits. „Weil wir seit fast zwei Jahren kein Wasser mehr entnommen haben, ist der Grundwasserspiegel auf 39 Meter angestiegen“, erklärt Neugebauer. Mittlerweile sei der Spiegel auf 27,4 Meter gesunken – bald werde er stagnieren. „Je mehr Wasser wir entnehmen, desto größer ist das Einzugsgebiet, aus dem das Wasser herangesogen wird.“ Weil niemand wisse, wo genau die Stelle ist, an der das Tetrachlorethen in das Wasser gelangt, müsse das Einzugsgebiet des Wassers so groß sein, wie vor zwei Jahren. Erst wenn der Ethan-Wert wieder bei etwa 15 Mikrogramm liege, werde jede Stunde ein Kubikmeter Wasser durch die Aktivkohle gefiltert. „Dadurch sehen wir, wie viel Aktivkohle wir brauchen, um das Wasser zu reinigen“, erklärt Koch – „und wie teuer das für die Gemeinde wird.“ Neugebauer rechnet damit, dass der Versuch in drei Wochen starten kann und etwa ein halbes Jahr läuft. Anfangs alle zwei bis drei Tage, später dann alle zwei Wochen, will er Proben entnehmen. Die würden dann in Karlsruhe ausgewertet. Für die Versuchsanlage und die Analysen zahlt die Gemeinde laut Koch 25?000 Euro.

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