Frankenberger Bürgermeister macht Rechnung auf

Heß zum Wasserpark: „Sparen sogar noch Geld“

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Streitthema Wasserpark: Die Folgekosten sind laut Bürgermeister Heß sogar geringer als die aktuellen Aufwendungen für die Pflege des Areals zwischen Fußgängerzone und Uferstraße. Grafik: PLF

Frankenberg - Unbeeindruckt von der kontroversen Diskussion über den geplanten Wasserpark zwischen Fußgängerzone und Uferstraße hat sich Bürgermeister Rüdiger Heß am Samstag gezeigt.

Am Rande der Veranstaltung „Ab in die Mitte“ stellte er klar: „Ich gehe diesen Weg weiter. Und wer mit mir gehen will, der geht mit. Und wer nicht, der halt nicht.“ Er sei schließlich ein unabhängiger Bürgermeister und orientiere sich lediglich an der Sache. Und im Fall des Wasserparks bewerte er den eingeschlagenen Kurs sogar aus finanziellen Gründen für die Stadt Frankenberg als sinnvoll. Seine Rechnung:

Da das Areal im ausgewiesenen Stadtsanierungsgebiet liegt, „hätten wir die Fläche ohnehin überarbeitet“. Kostenschätzungen hätten einen Investitionsbedarf von rund 700000 Euro ergeben. Inklusive Spielgeräte hätte die Stadt also rund 750000 Euro investiert. Aufgrund der Drittel-Finanzierung - Bund und Land übernehmen bei Investitionen in Sanierungsgebieten bekanntlich jeweils ein Drittel der Kosten - „hätte unser Eigenanteil 250000 Euro betragen“, rechnete der Bürgermeister vor. Der vorgestellte und am Donnerstag auch von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Wasserpark am Illerplatz kostet rund 1,1 Millionen Euro. 50 Prozent der Investitionssumme, also 550000 Euro, erhält die Stadt jedoch aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. „Das Delta in Höhe von 550000 Euro teilen sich wieder Bund, Land und Stadt. Für uns bedeutet dies also eine Investition von 190000.“ Das Ergebnis dieser Rechnung: „Am Ende sparen wir sogar noch Geld.“

Und auch die Auseinandersetzung über die angenommenen Folgekosten des Wasserparks in Höhe von 30000 Euro liefe in eine falsche Richtung, sagte der Bürgermeister. „In der Summe ist auch die volle Abschreibung der Investition dargestellt.“ Die tatsächlichen Aufwendungen für Betrieb und Pflege des Parks seien jedoch geringer - auch als die aktuellen Kosten für das Areal. Die bezifferte Heß auf 22000 bis 25000 Euro, „je nachdem, wie viel Winterdienst erforderlich ist“.

Unter dem Strich bleibe für ihn lediglich die Frage: „Ist bei dieser Rechnung dieser ganze Streit überhaupt wert?“ Seiner Überzeugung nach jedenfalls nicht. Er warb deshalb für Vertrauen in das Handeln der Stadt. Auch vor dem Bau des Klostergartens sei eine ähnliche Diskussion geführt worden. „Und heute sagt wohl niemand mehr etwas gegen diese schöne Fläche.“ Voller Überzeugung könne er jedenfalls feststellen, dass es in seinen Amtszeiten „noch keinen Flughafen Berlin in Frankenberg gegeben hat“, spielte er auf das Millionengrab in der Hauptstadt an. (rou)

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