Frankenberg

Wechselspiel von sanften und brachialen Klängen

- Frankenberg (mba). Das Schulorchester der Edertalschule gab zum Auftakt seiner Burgenlandtournee ein Benefizkonzert in der Frankenberger Marienkirche. Vom triumphalen Auftakt bis zum furiosen Finale war das einstündige Konzert ein erstklassiger Hörgenuss. Der Eintritt war frei, das Publikum spendete für das neue Altarbild.

Mit Pauken und Trompeten begrüßte das Schulorchester der Edertalschule sein Publikum in der Marienkirche: Es eröffnete das Benefizkonzert mit Verdis Triumphmarsch aus „Aida“. Die Akustik der Kirche stelle das Orchester vor eine Herausforderung, erklärte Orchesterleiter Markus Wagener den rund 140 Zuhörern, die in die Kirche gekommen waren, um klassische Musik zu genießen. „Sie werden es selbst merken, wenn sich der Schall überschlägt“, sagte Wagener und wies vorsorglich auf die sich möglicherweise überlagernden Töne hin. Aber manche Stücke müssen einfach in einer gewissen Lautstärke gespielt werden, stellte er fest. Diesem Credo folgend, setzten die Musikschüler ihr anspruchsvolles Programm klangmächtig fort und meisterten die Herausforderung souverän: Auf den Triumphmarsch folgte Schuberts „Unvollendete“, die mit ihren dramatischen Melodien, mit ihrem Wechsel von sanften, lieblichen Themen der Streicher und brachialen, wie Donnerschläge klingenden Einsätzen der Posaunen und Pauken den Eindruck einer Naturgewalt, eines Kampfes der Elemente heraufbeschwor. Auch dem dritten Stück mangelte es nicht an Dramatik: In Ronan Hardimans „Lord of the Dance“ gehe es um nicht weniger als den Kampf von Gut gegen Böse, stimmte Wagener das Publikum auf ein sinfonisches Medley voller Gegensätze ein: flotte Streicher und jubilierende Bläser, getrieben von Pauke und einem galoppierenden Schlagzeug, mit Tempowechseln und zum Höhepunkt immer schneller werdend. Das mitreißende Wechselspiel von leise gegen laut, sanft und gewaltig zog sich fast durch das gesamte gut einstündige Programm: Beethovens facettenreiche „Egmont-Ouvertüre“ hatte ebenso ihre besinnlichen wie dramatische Passagen und endete in einem triumphierenden Schluss. Und auch in Strawinskys „Feuervogel Suite“ gehe es „wild zur Sache, bevor sich alles zum Guten wendet“, beschrieb Wagener das Stück, das die Zuhörer mit einem mitunter verwirrenden Durcheinander der Klänge fesselte. Besonders die Solisten bekamen dafür viel Applaus. Überhaupt drückte das Publikum nach jedem Stück sein Gefallen durch kräftigen Beifall aus. Lateinamerikanisch-temperamentvoll endete das Programm mit dem „Danzon No. 2“ von Arturo Márquez. Nach verspielten und nachdenklichen Passagen endete auch dieses Stück in einem furiosen Finale, das die Zuhörer mit stehendem Applaus belohnten. Die anschließend eingeforderte Zugabe – das Publikum weigerte sich, den Kirchensaal zu verlassen – gewährten die Musiker stilvoll mit „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar, der Schulhymne des Gymnasiums. Das Konzert in der Frankenberger Marienkirche war quasi eine Generalprobe zum Auftakt der Burgenlandtournee des Schulorchesters. Höhepunkt der Konzertreise wird der Auftritt im historischen Haydnsaal des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt sein. Das Gastspiel in der Marienkirche diente einem guten Zweck: Der Eintritt war frei, am Ausgang wurde um eine Spende für das neue Altarbild des Künstlers Stefan Pietryga gebeten.

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