Energie- und Klimaexperten informieren rund 200 interessierte Marktpartner beim Viessmann-Energiefor

Wege und Hindernisse für die Energiewende im Fokus

Die möglichen Auswirkungen einer unkontrollierten Klimaerwärmung zeigte beim Viessmann-Energieforum der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, auf. Fotos: pr

Allendorf (Eder) - Zwei Tage lang standen die möglichen Auswirkungen des Klimawandels im Fokus des Energieforums in der Viessmann-Akademie.

Im Vorfeld der Welt-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Katar fand das 13. Energieforum statt. Renommierte Experten informierten die rund 200 Marktpartner über den aktuellen Stand der Diskussion um die Energiewende sowie über die Konsequenzen und praxisbezogene Lösungsansätze für den Wärmemarkt.

Dr. Martin Viessmann wies darauf hin, dass die Einsparung von Energie nicht nur ein politisches Ziel sei, sondern auch im Interesse aller Energieverbraucher liege, die durch den Einsatz moderner effizienter Anlagentechnik ihre Kosten dauerhaft im Griff behalten könnten. Doch obgleich die Energiepreise weiterhin steigen, komme gerade im Wärmemarkt, der die größten Effizienzpotenziale birgt, die Energiewende bisher kaum voran, sagte Dr. Martin Viessmann.

Als wichtiges Instrument zur dringend notwendigen Auflösung des Modernisierungsstaus bezeichnete der Unternehmenschef die steuerliche Abschreibung der Kosten des Heizungsaustauschs. Im Juni 2011 hatte die Bundesregierung beschlossen, die energetische Sanierung von selbstgenutztem Wohneigentum steuerlich zu fördern. Bis heute ist allerdings kein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, zeigte die möglichen Auswirkungen einer unkontrollierten Klimaerwärmung auf. Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), stellte die politischen Perspektiven für die Energiewende im Gebäudebereich vor.

Franzjosef Schafhausen, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, machte in seinem Vortrag „Die Energiewende ist mehr als Strom“ deutlich, dass dem Wärmemarkt beim Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele eine Schlüsselrolle zu-komme.

Zum Auftakt des zweiten Tages ging der Geschäftsführer der Viessmann Deutschland GmbH, Dr. Frank Vossloh, in seinem Vortrag „Vom Klimaschutz zum Markterfolg“ auf die Chancen und Perspektiven der Heizungsbranche vor dem Hintergrund der Energiewende ein. Prof. Manfred Hegger, Leiter des Fachgebiets „Entwerfen und energieeffizientes Bauen“ an der Technischen Universität Darmstadt, stellte den Beitrag vor, den der Neubau zur Energiewende leisten kann, etwa durch die weitere Verbreitung von Passiv- und Aktivhäusern. Einen Einblick in die Tätigkeit von Energieberatern vermittelte Carsten Herbert von „Energie & Haus“ in Darmstadt. Dabei wurde deutlich, welch großes Effizienzsteigerungspotenzial der Gebäudebestand bietet.

Für die Fachhandwerker besonders interessant war der Vortrag von Uwe Düster, Geschäftsführer der Firma „Düster & Düster“ in Köln. Aus Sicht eines Fachbetriebes stellte er erfolgreiche Maßnahmen zur Erschließung des Modernisierungspotenzials vor.

Das ganzheitliche Projekt für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Standortsicherung „Effizienz Plus“ präsentierte Manfred Greis, Generalbevollmächtigter der Viessmann Werke. Mit „Effizienz Plus“ tritt das Unternehmen den Beweis an, dass die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung für 2050 kurzfristig mit marktverfügbarer Technik erreichbar sind.

Zwischen den Vorträgen bestand Gelegenheit zur Diskussion; die Teilnehmer machten davon regen Gebrauch und richteten zahlreiche Fragen an die Experten. (r)

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