Wegen anhaltender Regenfälle: Hochwasser an Eder und Nebenflüssen

Entlang der Eder und ihren Nebenflüssen bot sich am Dienstag oft das gleiche Bild. Wegen starker Regenfälle in den vergangenen Tagen war das Wasser vielerorts über die Ufer getreten wie hier an der Schützenhalle in Rengershausen nahe des Nuhne-Ufers (Foto).

Abgesehen von vereinzelten Vorsichtsmaßnahmen wie das Auslegen von Sandsäcken in zwei Straßen in Frankenberg oder die Sperrung einiger Wege war die Lage im Frankenberger Land ruhig. In den kommenden Tagen sollen die Regenfälle zudem wieder nachlassen.

Am höchsten war am Dienstag im Frankenberger Land der Wasserstand in der Eder bei Schmittlotheim. Dort hatte er die Wasserstands-Meldestufe II (2,80 Meter) deutlich überschritten.

Die Stufe bedeutet: flächenhafte Überflutung ufernaher Grundstücke, leichte Verkehrsbehinderungen auf Gemeinde- und Hauptverkehrsstraßen, Gefährdung einzelner Gebäude und Überflutung von Kellern.

Auch in Frankenberg wurde nach Auskunft von Wolfgang Danzeglocke von der Stadt die Meldestufe II überschritten. Der Bauhof sperrte einige Wege, die Feuerwehr war im Einsatz. In Rengershausen hatte das Wasser die Schützenhalle erreicht. Der Pegel am Auhammer bei Battenberg erreichte ebenfalls die Meldestufe zwei. Für die kommenden Tage sagten die Prognosen aber bereits Entwarnung an. „Es ist anders, als bei der Schneeschmelze, wo ja immer noch Wasser nachkommt“, so Danzeglocke. „Es herrschte ja Trockenheit. Die Natur ist dankbar für den Regen.“ Das letzte Hochwasser in Frankenberg liege zwei Jahre zurück.

Im Frankenberger Stadtgebiet war die Feuerwehr vereinzelt im Einsatz. Stadtbrandinspektor Martin Trost berichtete auf Anfrage der HNA, dass vorsorglich Sandsäcke in den Muschelweg nach Röddenau und in den Nuhneweg nach Schreufa gebracht wurden. „Dort drohte Wasser in die anliegenden Gebäude zu laufen“, sagte Trost. In Schreufa war auch die dortige Feuerwehr am Sandsack-Einsatz beteiligt. Insgesamt sei die Lage aber ruhig gewesen, sagte der Frankenberger Stadtbrandinspektor.

Deutlich zu sehen war das Hochwasser unter anderem auch am Schützenhaus in Rengershausen. Dort stand das Wasser bereits am Gebäude, der Einsatz von Sandsäcken war dort aber nicht nötig. „Wir haben in der Vergangenheit das an der Seite zur Nuhne liegende Pflaster des Schützenhauses um 30 Zentimeter erhöht. Das Pflaster wirkt also bereits wie ein Damm“, sagte Benjamin Schneider, der Vorsitzende des Schützenvereins Rengershausen auf Anfrage der HNA.

Scheider zeigte sich schon etwas überrascht von den Wassermengen am Dienstag. „Für Herbst und Dezember ist das tatsächlich schon viel Wasser, was über die Ufer der Nuhne getreten ist. Eigentlich ist die Nuhne ein schnell fließendes Gewässer und Hochwasser ist eher im Frühjahr bei der Schneeschmelze zu erwarten.“

Die Regenfälle haben auch den Edersee innerhalb von nur wenigen Tagen rasant anschwellen lassen. Bis Dienstag wuchs der Inhalt der 199,3 Millionen Kubikmeter fassenden Talsperre bei einem Zulauf von 224,7 Kubik pro Sekunde bei gleichzeitiger Abgabe von 17 Kubik auf 70,8 Millionen Kubikmeter an.

Es bleibt aber bei der derzeitigen Abgabe. Eingestaut wird bis zum Hochwasserschutzraum, der zurzeit bei einem Inhalt von rund 130 Millionen Kubikmeter Wasser beginnt.

Hochwasser an der Eder und den Nebenflüssen

Quelle: HNA

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