Betrunkener Autofahrer machte Polizisten Angebot, um Strafe zu entgehen

Geldstrafe und Führerscheinverlust wegen Bestechungsversuch

Frankenberg. Weil er mit mindestens 1,69 Promille Auto gefahren ist und danach versucht hat, einen Polizisten zu bestechen, ist ein 43-jähriger Frankenberger am Donnerstag vom Amtsgericht verurteilt worden.

Der arbeitslose Familienvater muss 45 Tagessätze à 10 Euro zahlen und insgesamt 16 Monate seinen Führerschein abgeben. Um diesen wiederzubekommen, muss er die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bestehen.

„Sag mir, was Du haben willst, ich bezahle, dann lässt Du mich gehen.“ Diesen Satz soll der Angeklagte auf der Polizeistation zu einem Polizisten gesagt haben. Der Oberkommissar konnte dies vor Gericht glaubhaft bezeugen. „Das war in 20 Dienstjahren das erste Mal, dass mich jemand so etwas gefragt hat“, sagte der Polizist. Er sei überrascht gewesen und habe sich gefragt, ob der Verdacht einer Bestechung bestehe. Erst nach einigen Tagen habe er sich nach Rücksprache mit seinem Dienstgruppenleiter, der den Satz des Angeklagten ebenfalls gehört habe, dazu entschlossen, Anzeige zu erstatten.

Der Angeklagte erklärte dem Gericht, er habe dem Polizisten lediglich gesagt: „Ich bezahle schon meine Strafe. Aber können Sie mich freilassen, damit ich nach Hause kann?“ Dazu erklärte der Verteidiger: Der Angeklagte, ein türkischer Staatsbürger, sei des Deutschen nicht ganz mächtig, er habe deshalb nicht genau sagen können, was er gemeint hat.

Der 43-Jährige, der nach seiner Festnahme sehr aggressiv gewesen sein soll, war nach der Freilassung allerdings nicht nach Hause gegangen, sondern zu der Tankstelle zurückgekehrt, an der ihn die Polizisten Stunden zuvor aufgegriffen hatten. Dort soll er von der Tankstellenbesitzerin die Herausgabe des Videobandes verlangt haben, auf dem zu sehen war, dass er betrunken mit dem Auto gefahren war. „Er wollte Beweise vernichten“, stellte der Staatsanwalt fest. „Es ging ihm an diesem Abend nur darum, den gegen ihn im Raum stehenden Vorwurf zu Fall zu bringen.“ (jpa)

Quelle: HNA

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