Einschränkungen in Standesämtern

Paare in Waldeck-Frankenberg verschieben Trauungen wegen Corona

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Außer dem Brautpaar und der Standesbeamtin (hier ein Symbolbild) darf bei Trauungen – je nach Standesamt – keine weitere Person anwesend sein.

Wer sich in diesen Tagen das Ja-Wort gibt, hat sich den schönsten Tag im Leben sicherlich anders vorgestellt. Schuld ist das Coronavirus.

Kirchliche Trauungen sind in der Corona-Krise tabu, auch die geplante Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden darf nicht stattfinden. Zwar sind die Standesämter weiterhin geöffnet, doch dort müssen künftige Ehepaare natürlich auch die geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften einhalten.

„Es besteht weiterhin die Verpflichtung, Ehen zu schließen“, sagt Standesbeamtin Heidrun Bock vom Standesamtsbezirk Frankenberg. „Wir versuchen, alle Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten“, sagt die Allendorfer Standesbeamtin Andrea Grebing. Spezielle Hygienevorschriften gibt es laut den Standesbeamtinnen nicht, beide Standesämter haben aber Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Und es wird auf Körperkontakt verzichtet – das bedeutet: kein Händeschütteln zur Begrüßung und zur Gratulation.

Ohne Freunde und Familie

Und um eine Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, müssen die Brautpaare in der nächsten Zeit auf die Anwesenheit von Freunden und Familie bei der Trauung Frankenberg verzichten. „In Absprache mit unserem Dienstherrn sind bei uns momentan nur das Brautpaar plus zwei Trauzeugen zugelassen, keine weiteren Gäste“, erklärt die Standesbeamtin aus Frankenberg.

Auf dem Standesamt in Allendorf-Eder, das wie Frankenberg für mehrere Städte und Gemeinden im Umkreis zuständig ist, gelten noch strengere Regeln. Hier sind derzeit laut Grebing keine Trauzeugen erlaubt. Neben dem Brautpaar dürfen lediglich, falls vorhanden, dessen minderjährige Kinder, die Teil der häuslichen Gemeinschaft sind, dabei sein. „Die Vorgaben können sich natürlich wieder ändern“, sagt die Standesbeamtin.

Abstand im Trauzimmer

Da diese Regelungen kaum mit den Vorstellungen heiratswilliger Paare übereinstimmen, können Eheschließungen laut Grebing verschoben werden. „Bei den für die letzten und kommenden Wochen geplanten Eheschließungen haben wir die Paare angerufen und ihnen angeboten, ihre Trauung zu verschieben“, sagt sie. In Allendorf entschieden sich zwei Paare, ihre Heirat wegen Corona zu verschieben, in Frankenberg waren es neun.

„Die Paare, die jetzt dennoch die Ehe schließen, sind mit der momentanen Regelung auch einverstanden“, sagt Bock. Das heißt auch: Abstand halten zum Standesbeamten. Auf dem Standesamt in Allendorf stehen derzeit zwei Tische. An einem sitzt das zu trauende Paar, am anderen, im Abstand von 2,5 Metern, der Standesbeamte.

Ein Paar habe vor einigen Wochen auf dem Standesamt in Allendorf geheiratet, berichtet Grebing. Da seien zumindest noch Trauzeugen erlaubt gewesen. „Die haben dann mit dem Handy gefilmt“, erzählt Grebing. Das sei eine Ausnahme gewesen: Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, während der Rede des Standesbeamten zu filmen. Auch darf der Beamte normalerweise nicht auf der Aufnahme zu sehen sein.

Anmeldungen bleiben möglich

Trotz Corona ist die Anmeldung zur Eheschließung sowohl in Frankenberg als auch in Allendorf weiterhin möglich. Allerdings warten die meisten interessierten Paare derzeit lieber noch etwas. „Im März geht es eigentlich los mit Trauungen“, sagt Standesbeamtin Andrea Grebing in Allendorf. Die meisten Paare heiraten laut der Standesbeamtin jedoch zwischen Mai und August. Das bestätigt auch ihre Kollegin Heidrun Bock: „2019 fanden im August die meisten Trauungen statt, und zwar 31, gefolgt vom Juli mit 28“, sagt die Frankenberger Standesbeamtin. Ob das auch in diesem Jahr so sein wird, ist noch fraglich. „Im Moment ist nicht absehbar, wann sich die Lage entspannt, es bleibt abzuwarten“, sagt Bock. 

Geburten und Sterbefälle

Doch Trauungen sind eigentlich gar nicht das Tagesgeschäft der Standesbeamtinnen: Neben den Eheschließungen werden im Standesamt auch Geburten und Sterbefälle beurkundet. Laut Heidrun Bock können Geburtsurkunden und andere Personenstandsurkunden schriftlich, telefonisch, per Mail oder in Kürze online über die Website des Frankenberger Standesamts angefordert werden. Auch das Standesamt Allendorf nutzt verstärkt den Postweg und E-Mails, um persönliche Kontakte zu reduzieren.

Von Christina Zapf

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Quelle: HNA

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