DGH-Schließungen derzeit nicht geplant

Wegen Kosten: Dorfgemeinschaftshäuser könnten in Vereinshand wechseln

Waldeck-Frankenberg. Die Kommunen in Waldeck-Frankenberg denken aufgrund ihrer finanziellen Lage immer konkreter darüber nach, die Dorfgemeinschaft und die Vereine stärker am Betrieb öffentlicher Einrichtungen zu beteiligen, vor allem der Dorfgemeinschaftshäuser.

DGH-Schließungen seien derzeit nirgendwo geplant, jedoch auch nicht ausgeschlossen, teilen die 22 Bürgermeister auf HNA-Nachfrage mit.

"Aufgrund der Finanzlage wird es immer schwerer, in jedem Ortsteil eine entsprechende Infrastruktur aufrechtzuerhalten", sagt Rüdiger Heß, Bürgermeister von Frankenberg mit zwölf Stadtteilen. "Die Kosten für alle Dorfgemeinschaftshäuser werden nur zu einem sehr geringen Teil durch Gebühren gedeckt."

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Gebühren kommen über die Nutzung der Gebäude in die Stadtkasse. "Solange die Häuser intensiv genutzt werden, kommt aus heutiger Sicht eine Schließung nicht in Betracht", sagt Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel und nennt mit der Festhalle Battenberg und dem Jugendheim Berghofen zwei Beispiele, wo Betrieb und Verwaltung durch die Vereine reibungslos funktionierten und die Stadt organisatorisch und finanziell entlastet werde.

Vöhl denkt über ähnliche Modelle nach: "Im Haushaltssicherungskonzept ist geplant, die DGHs in private Trägerschaft zu übergeben. Das ist eine perspektivische Maßnahme und noch nicht konkret", sagt Bürgermeister Matthias Stappert. "Bei der Finanzlage lassen sich Schließungen langfristig wohl kaum vermeiden, wenn nur die Gemeinde die Einrichtungen tragen soll."

"Man darf nicht nur auf die Kosten schauen, sondern auch auf die Bedeutung für Gemeinde und Bürger", sagt Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel. Denn: DGHs werden nicht nur von Vereinen genutzt, sondern auch für Jugend- und Seniorenarbeit, für Sitzungen politischer Gremien, für Feste und als Wahllokal. (jpa)

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Quelle: HNA

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