Frankenberger vor dem Amtsgericht zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

Wegen Pöbelei im Vollrausch vor Gericht

Frankenberg - Weil er drei Männer, die ihm helfen wollten, bedroht und angriffen hatte, stand gestern ein 37-Jähriger vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte gab an, sich an den Vorfall nicht zu erinnern.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 37-jährige Frankenberger am Morgen des 10. Februar dieses Jahres volltrunken andere Menschen beleidigt und verletzt hatte. Der Angeklagte war ohne Rechtsanwalt in der Verhandlung erschienen und gab an, sich an die Tat nicht zu erinnern. Er berichtete, bereits am Tag zuvor mit dem Alkoholkonsum begonnen zu haben: Mit einem Freund zusammen habe er insgesamt zwei Flaschen Doppelkorn, zwei Flaschen Wodka und Bier getrunken.

Ein Vöhler, der als Zeuge vor Gericht aussagte, gab an, den Mann am Morgen gegen 9.20 Uhr nahezu bewusstlos und mit offener Hose an der Ederstraße liegend aufgefunden zu haben. Er habe daraufhin den Notruf gewählt. Übereinstimmend mit zwei weiteren Zeugen schilderte er, wie es weiterging: Die drei wollten dem Mann helfen und ihn aufrichten - dabei habe der Frankenberger jedoch begonnen, sich heftig zu wehren und die Helfer zu beschimpfen. Er sei handgreiflich geworden, als sie ihn davon abhalten wollten, auf die Straße zu laufen. Eines der Opfer erlitt durch einen Schlag eine Prellung am Hals. Sanitäter und Polizisten nahmen den Mann im Rettungswagen mit.

Die drei Zeugen waren sich einig, dass der Angeklagte an jenem Morgen verwirrt und „wie in einer anderen Welt“ erschienen sei. Außerdem habe er einen „ziemlich mitgenommenen“ Eindruck gemacht. „Dem Geruch nach muss er mindestens eine Flasche Wodka getrunken haben“, sagte ein Zeuge. Ein anderer betonte, er habe vorher noch nie jemanden gesehen, der so betrunken war. Der Angeklagte bedankte sich vor Gericht bei den Zeugen, dass sie ihm geholfen hatten.

Dr. Christoph Birnhuber von der Gerichtsmedizin in Gießen erläuterte in seinem Gutachten, dass das Blut des Angeklagten zum Tatzeitpunkt zwischen 2,7 und 6,4 Promille Alkohol enthalten habe. Damit sei der Verlust der Steuerungsfähigkeit gegeben. Deshalb galt der Angeklagte in diesem Fall zwar als schuldunfähig, jedoch hatte er sich im Vorfeld schon ähnliche Taten unter dem Einfluss von Alkohol zuschulden kommen lassen. Nur zwei Wochen nach einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik war er nach eigenen Angaben rückfällig geworden.

Richterin Andrea Hülshorst betonte, dass ihm gerade wegen seiner Vorgeschichte hätte bewusst sein müssen, dass er unter Alkoholeinfluss zu Straftaten neigt.Bei ihrem Urteil erfüllte Hülshorst die Forderung der Staatsanwaltschaft: Der 37-Jährige wurde wegen fahrlässiger und versuchter Körperverletzung und Beleidigung zu drei Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und drei Gespräche zur Suchtberatung wahrnehmen. (ial/apa)

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