Ernsthausen

Wegen Windrädern weniger Jagdpacht

- Burgwald-Ernsthausen (r). Jagdpachtminderung ja oder nein, diese Frage diskutierten die Ernsthäuser Jagdgenossen während ihrer Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus.

Jagdpächter Klaus Frank war persönlich zu der Versammlung erschienen, um seine Forderung nach einer geringeren Pacht zu bekräftigen. Seiner Meinung nach stellen die geplanten neuen Windräder in der Ernsthäuser Gemarkung einen massiven Eingriff in die Geografie des Jagdbereichs dar. Es wäre tagsüber kein ordentlicher Ansitz dort möglich, sagte der Jagdpächter. Außerdem sei es wegen des Geräuschpegels der Windkraftanlagen „eine Zumutung“, nur zehn Minuten unter den Windrädern zu stehen. Er habe sich juristisch beraten lassen, erklärte Frank. Seine Forderung: Er erwarte eine Jagdpachtminderung von 33 Prozent, die Pacht soll um 3000 Euro auf 7000 Euro gekürzt werden.

Ohne Jagdpächter Frank diskutierten die Ernsthäuser Jagdgenossen dann die Forderung. Vorsitzender Christian Engel teilte mit, dass sich der Vorstand mit der Jagdbehörde in Verbindung gesetzt habe. Die Jagdbehörde sehe keine Jagdminderung durch das Errichten der Windräder, könne aber letztendlich die Situation vor Ort nicht beurteilen. Außerdem teilte Engel den Mitgliedern mit, dass Frank in einem Vorgespräch mit dem Vorstand erklärt habe, dass er nicht verhandeln werde, sondern nötigenfalls vor Gericht gehe.

Vorstand wiedergewählt

Rechtsanwalt Klaus Klimasch­ka, der auch für die Bürgerliste Ernsthausen in der Gemeindevertretung sitzt, stellte klar, dass allein der Vertrag die Grundlage dieser Angelegenheit sei. Bereits in 2009 sei bekannt gewesen, dass neue Windräder entstehen würden. Zumindest Jagdaufseher Arnold hätte Kenntnis davon haben müssen. Aus vertraglicher Sicht habe der Jagdpächter somit kein Recht auf eine Jagdminderung. Auch der Ernsthäuser Gemein­devertreter Hermann Briel äußerte seine Verwunderung über den Standpunkt von Frank, denn bereits im Jahr 2005 sei über diese Windräder verhandelt­ worden. Bernd Küthe war der Meinung, die Jagdgenossen sollten es sich nicht mit den Pächtern verderben, sondern einen Kompromiss schließen. Diesen Kompromiss präsentierte schließlich Bürgermeister Lothar Koch: Aus Sicht der Gemeinde beträgt die Jagdvorrangfläche sieben Prozent, im Jahr des Baus der Windkraftanlage könnte somit eine maximale Pachtminderung von 700 Euro zugestanden werden. Für diesen Vorschlag sprach sich auch Siegfried Schneider aus. „Man will ja auch weiter mit den Jagdpächtern zusammenarbeiten.“

Einig waren sich die Jagdgenossen in der Feststellung, dass die geforderte Reduzierung um 3000 Euro zu hoch sei. Von den 60 Mitgliedern sprach sich schließlich die große Mehrheit für den Vorschlag des Bürgermeisters und des Gemeindevorstands aus. Es gab eine Enthaltung und eine Gegenstimme.

Der Rest der Tagesordnung war schnell abgehandelt. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Ihm gehören Vorsitzender Christian Engel, zweiter Vorsitzender Uwe Cronau, Kassierer Hermann Meyer und Schriftführer Christoph Schneider an. Als neuer Kassenprüfer wurde Bernd Küthe gewählt und Hermann Briel wiedergewählt. Der Rest des Abends stand im Zeichen der Diskussion, wie das Pachtgeld aus diesem Jahr verwendet werden soll. Weitere Termine wurden bekannt gegeben: Am 30. Juli ist ein Grillabend unter dem Motto „Wir üben für das Jahrhundertfest“ und im September eine Tagesfahrt zu einem Weingut geplant.

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