Zeugnisse für Gemündener Abgänger

Wegweiser für künftigen Lebensweg

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Im feierlichen Rahmen wurden die Haupt- und Realschüler der Gemündener Cornelia-Funke-Schule am Donnerstagabend in das Berufsleben entlassen.

Gemünden - Für die "großen" Schüler der Cornelia-Funke-Schule beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Ausbildung, Gymnasium oder ein ganz eigener Weg. Die Jugendlichen erhielten am Donnerstagabend ihre Abschlusszeugnisse.

Kerstin Gnoth wühlte in ihrem Rucksack. Die Schulleiterin der Cornelia-Funke-Schule, die gerne wandert, zog allerlei Nützliches, aber auch ebenso viel Unnützes aus der Tasche - und alles hatte eine Bedeutung: Teamgeist, Stolpersteine, ein Schlips für den guten Anstand, eine Regenjacke - damit den Schülern auch der stärkste Sturm nichts anhaben kann. „Der Inhalt hilft euch, heikle Passagen zu überwinden“, sagte sie - und all jenes im Rucksack sei ein Symbol für das, was die Funke-Schüler in den Jahren ihrer Schulzeit erlernt haben, neben Mathe, Deutsch, Fremdsprachen und Musik.

Letzteres prägte - wie in Gemünden üblich - die feierliche Abschlusszeremonie. Die Schüler zogen zu wuchtigen Klängen ein und im Laufe der Veranstaltungen waren sie selbst es, die die Veranstaltung maßgeblich musikalisch prägten. Kaum verwunderlich daher auch die Aussage der Lehrerin Elke Thursar-Eichelbeck: „Ich wurde gefragt, wie es mit der Musik weitergehen soll, wenn ihr weg seid. Und ganz ehrlich: Ich weiß es noch nicht“, sagte sie. Besonders beeindruckte Alliance Muvemba, der beim Rap mit Thursar-Eichelback, Christine Schneider und Eckhard Schneider nicht nur bewies, dass er ein begnadeter Beatboxer ist, sondern auch im Zusammenspiel mit Tosca von der Ahé überzeugte. Der junge Mann und die ehemalige Sprengelpfarrerin brillierten in dem energiegeladenen, rhythmischen „Drum meets Djembe“ - von der Ahé auf dem afrikanischen Instrument, Muvemba am Schlagzeug. Das Publikum forderte stehend und lauthals eine Zugabe und bekam diese auch.

Ehrungen für Engagement

Auch viele andere Absolventen trugen - zum letzten Mal als Schüler der Gemündener Schule - Lieder vor. Dafür gab es gleich eine ganze Reihe von Ehrungen. Ebenfalls geehrt wurden Sarah Ruckert und Yasmin Ochse, die lange Jahre in der Schulbibliothek gearbeitet hatten, sowie Andreas Beifuß für seine Tätigkeit als Schulsprecher.

Der stellte das Schulleben in seiner Rede als mehrjährige Therapie anfangs therapieunwilliger Patienten dar. Die Lehrer als Ärzte, Pfleger, Betreuer hätten die Kranken jedoch nach und nach geheilt: „Sie haben uns in den Hintern getreten und getröstet, waren immer da“, sagte er. Mit solchen Lehrern mache Schule Spaß: „Man ist gewappnet für die nächste Etappe des Lebens“.

Frank Gleim sprach in seiner Funktion als Bürgermeister, wie auch als Vorsitzender des Elternbeirats und Mitglied des Fördervereins der Grund-, Haupt- und Realschule. „Mit den Schülern gehen auch die Eltern einen neuen Weg“, sagte er. Er lehnte sich damit an Schulleiterin Kerstin Gnoth an, die die Schriftstellerin Pearl S. Buck zitiert hatte: „Die Jugend soll ihre Wege gehen, ein paar Wegweiser können nicht schaden“.

Mit eigenen Beiträgen verabschiedeten sich nicht nur die drei Klassenlehrer von ihren Schülern, sondern auch die Schülervertretung. Die Schüler selbst ließen in kurzen Beiträgen ihre Mittelstufenzeit Revue passieren - und sorgten damit für Lacher, aber auch für einige Tränen der Rührung. Die üblichen Wünsche drehten sie um: „Unseren drei Lehrern wünschen wir Gesundheit und Erfolg auf ihrem weiteren Lebensweg. Danke für die letzten drei Jahre“.

Bei der Zeugnisvergabe lobte Schulleiterin Kerstin Gnoth, dass alle Schüler die Prüfungen bestanden hätten. 16 Realschüler hätten gar die Zugangsberechtigung zum Gymnasium erworben.

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