Ein Baum voller Futter für die Tiere in Friedrichshausen

Weihnachten für die Tiere im Wald

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Hoch konzentriert mit der Säge am Werk: Die Brüder Linus (r.) und Paul bereiten Möhren für die Tiere vor.

Frankenberg-Friedrichshausen - Es ist ein grauer, verregneter Nachmittag, als sich eine Gruppe Kinder, beladen mit Körben voller Werkzeug, dazu Taschen mit Obst und Gemüse, auf den Weg zur Grillhütte begibt. Sie sind in einer wichtigen Mission unterwegs: Eine Weihnachtsüberraschung für Hase, Reh, Specht und all die anderen Waldtiere wollen sie bereiten.

Eifrig schneidet Salome Äpfel in Spalten, Timon und Silas bohren Löcher in Möhren, Johanna und Luna fädeln Erdnüsse zu langen Ketten auf. Vor Ort angelangt, beginnt ein emsiges Werken wie in einer Wichtelwerkstatt. „Wo ist die Säge?“, ruft Ben, und Emmi braucht eine dicke Nadel.

Leonie schneidet Bindfäden zurecht und knüpft sie an die Möhren. Weiter vorne am Tisch durchstechen Sarah, Leonie und Isabella Erdnüsse und fädeln sie anschließend zu langen Ketten auf. Zwei kleine Brüder, Linus und Paul, sägen hoch konzentriert Möhren in Stücke.

Die Produktion des außergewöhnlichen Baumschmucks läuft auf Hochtouren und eine Stunde später ist alles Material verarbeitet. „Jetzt gehen wir in den Wald und suchen einen Baum“, ruft Erzieherin Tabea Himmelmann, die gemeinsam mit den Müttern Jasmin Lattossek und Jacqueline Vial den Nachmittag organisiert hat.

Steil hinauf auf engen Pfaden führt der Weg in den Wald hinein. David und seine Freunde rennen forsch voraus, die kleineren Kinder bleiben lieber in der Nähe der Erwachsenen, denn ein wenig unheimlich scheint es doch in dem unbekannten Wald zu sein. Nach einigem Suchen haben die Kinder den idealen Tannenbaum für ihr Vorhaben gefunden: Nicht zu dicht am Weg und nur um weniges größer als sie selbst. Eifrig begeben sich die Kinder ans Werk. „Die Möhren hänge ich nach unten, dann kommen die Hasen besser dran“, erklärt Silas und beginnt mit seiner Arbeit. Bald schmücken Erdnuss-Girlanden und Ketten aus Apfelstücken den Baum.

Und dann ist es geschafft. Stolz auf ihre gelungene Arbeit und ganz leise warten sie auf die ersten tierischen Gäste. Aber kein Tier lässt sich blicken. „Und morgen sehen wir nach, ob es noch da ist“ sagt der zehnjährige David, „sicher haben die Tiere dann den Baum entdeckt.“ In der hereinbrechenden Dämmerung treten die kleinen und großen Wichtel den Rückweg an. Schon aus der Ferne leuchtet ihnen warmes Kerzenlicht aus der Grillhütte entgegen. Alle freuen sich auf einen geschützten Platz, den Kinderpunsch und die Plätzchen.

Gemeinsam mit Tabea Himmelmann an der Gitarre und Timon Depner an der Blockflöte singen die Kinder zum Abschluss des spannenden Nachmittags Advents- und Weihnachtslieder - und bestimmt haben Hase und Reh dabei aus sicherer Distanz aufmerksam zugehört.

von Gerlinde Himmelmann

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