Rennertehausen

Das Weihnachtsfest ist in Flammen aufgegangen

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- Allendorf-Rennertehausen. Eigentlich wollte die Familie Wittlif das Weihnachtsfest in ihrem neuen Haus in Burgwald feiern – doch das ist abgebrannt. Jetzt machen sie sich Sorgen, im Februar gar keine Bleibe mehr zu haben.

Es ist wenige Tage vor Weihnachten. Familie Wittlif aus Rennertehausen sitzt schweigsam und bedrückt in ihrem Wohnzimmer – von Feiertagsvorfreude ist nichts zu spüren. Stattdessen herrscht Kummer und Ratlosigkeit. „Es war mein Traum, mit der ganzen Familie zusammen zu wohnen“, sagt Waldemar Wittlif. Dieser Traum, dessen Erfüllung schon greifbar war, ist zerplatzt – oder besser gesagt verbrannt. Das Haus in Burgwald, das die Familie gekauft hat, steht nicht mehr. Es wurde ein Raub der Flammen.In diesen Tagen wollte die elfköpfige Familie in ihr neues Domizil umziehen. Die Familie hatte das unbewohnte, aber komplett möblierte Haus in der Hauptstraße gegenüber der Gemeindeverwaltung gekauft. Das wollten sie in vier Wohneinheiten aufteilen. Sie hatten auch schon einige eigene Sachen dorthin gebracht.

Dann bekam Waldemar Wittlif am Donnerstag der vorigen Wochen um halb sieben Uhr morgens eine furchtbare Nachricht von seinem Nachbarn. Dessen Schwiegersohn arbeitet in Burgwald und hatte ihm berichtet, dass dort ein Haus brennt. Für die Wittlifs begann ein Albtraum, denn es war ihr Haus, das dort in Flammen stand.

„Ich bin mit meiner Frau und meiner Tochter rübergefahren“, erzählt Waldemar Wittlif. „Es war fürchterlich anzusehen, schrecklich.“ Obwohl die Feuerwehr schnell zur Stelle war, konnte das Haus der Wittlifs nicht gerettet werden. 75 Feuerwehrleute aus allen Ortsteilen der Großgemeinde Burgwald sowie der Frankenberger Wehr waren in den Morgenstunden im Einsatz und kämpften gegen das Feuer. Doch das Haus brannte bis auf die Bodenplatte nieder. Nur einige verkohlte Balken stehen noch, das Dach ist eingestürzt (FZ berichtete). Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Schaden auf mindestens 150 000 Euro.

Wenigstens hatten die Wittlifs schon eine Versicherung abgeschlossen, sodass wohl zumindest der finanzielle Verlust ersetzt werden wird – für den Schock und den Kummer gibt es keine Entschädigung. Die Versicherung wird aber laut Wittlif nicht zahlen, solange die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch andauern. Die gestalten sich aber schwierig, da das Haus fast völlig zerstört ist. Laut einem Sprecher der Kripo in Korbach sei die Brandursache noch nicht geklärt. Die Beamten werden aber voraussichtlich noch vor Weihnachten zu einem Ergebnis kommen.

Jetzt stehen die Wittlifs aber noch vor einem weiteren Problem: Ihre bisherigen Wohnungen in Rennertehausen sind bereits neu vermietet. Bis Ende Januar muss die Großfamilie eine neue Bleibe finden. Das erweist sich als ziemlich schwierig, da die Familie unbedingt zusammen wohnen und auch möglichst in der Nähe von Frankenberg bleiben will, wo die Kinder zur Schule gehen. „Wir suchen nach einem anderen Haus in der Umgebung, aber bisher haben wir noch kein neues gefunden.“

Ein Trost in dieser schwierigen Zeit sei die Hilfsbereitschaft, die die Wittlifs erfahren: „Es rufen jeden Tag Leute an, die uns etwas geben möchten. Sie bieten Möbel und Kleidung an“, erzählt Wittlif. Er muss die Angebote leider meist ablehnen, besonders wenn es sich um Möbel handelt: „Ich habe ein paar Kleidungsstücke angenommen, aber für Möbel haben wir keinen Platz. Wir haben keine Möglichkeit, die Sachen zu lagern.“ Doch die großzügigen Spendenangebote rühren die Wittlifs: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Menschen bei uns melden. Das Telefon klingelt andauernd“, sagt Wittlif. „Sogar eine Hartz-IV-Empfängerin hat angerufen. Sie sagte, sie kann zwar kein Geld geben, aber wollte uns Kleider schenken.“

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