Ensemble Kesterburg Folk bot farbenfrohes Open-Air-Konzert am Christenberg

Weltmusik vor Waldkulisse

Bayerisch, Russisch, Schwedisch: Die Gruppe Kesterburg Folk vereinte auf dem Christenberg in ihren Liedern die Sprachen und Musiktraditionen der Welt. Fotos: Völker

Münchhausen. Am Horizont über Laisa und Frohnhausen ging die Sonne unter, als oben auf dem Christenberg die Spielleute musizierend durch die Reihen der Zuhörer zur Bühne zogen. Das letzte Licht eines schönen Sommerabends, später dann ein sternklarer Abendhimmel, über den um 22.13 Uhr die Raumfähre ISS ihre Bahn zog, Fackeln und Kerzen auf den Tischen, dahinter die angestrahlte Martinskirche - dies alles bildete die stimmungsvolle Kulisse für das fünfte Open-Air-Konzert des Ensembles „Kesterburg Folk“.

Weil die Gruppe im Burgwald eine große Fangemeinde hat, war die Konzertatmosphäre entsprechend „familiär“: Sänger und Publikum begrüßten sich wie alte Freunde, ein paar Mal wurde auch Platt gesprochen. Dann bot das Ensemble ein buntes, qualitätsvolles Kaleidoskop von weltumspannender Folklore und Pop-Musik, Erinnerungen an Liedermacher wie Hannes Wader oder Klaus Hoffmann („Katharina mach’ mir Mut“), an Ina Deter („Wenn du so bist wie dein Lachen“) oder auch weltbekannten Songs wie „House Of The Rising Sun“ von den Animals.

Auch sensible Stücke

Die Instrumentalmöglichkeiten des Quintetts „Kesterburg-Folk“ mit Siggi Frings (Gitarre), Regina Held (Perkussion, Gitarre), Erika Brock (Djembé), Edgar Brock (Akkordeon) und Adelheid Neumann (Geige) entsprechen besonders gut dem Irish Folk, und ihre neue Cover-Version von Katzenjammers „Rock Paper Scissors“ scheint ihnen auf den Leib geschneidert zu sein. Abwechslungsreiche Arrangements machten auch gesanglich Einzeltalente sichtbar, sensible A-cappella-Stücke ließen aufhorchen, immer wieder gab es spontanen Beifall - es durfte mitgesungen werden.

Aber auch Genres wie Klezmer, die Stetl-Atmosphäre beschwören, oder schwermütige russische Volkslieder gehören zum Repertoire der Gruppe. Hier hatte Adelheid Neumann, die mit der Geige dem Klangbild der Gruppe kontrastiv ihre eigenen Akzente beimischt, als Sängerin ihren großen Soloauftritt. Musizierfreude mit Bodenhaftung, Selbstironie und Mut zum Experiment, dazu feine Klangfarben auf dem rhythmischen Fundament der Djembé-Trommel zeichneten das Freiluftkonzert von „Kesterburg Folk“ aus.

Noch während das letzte Lied erklang, sorgte Werner Hölling mit einer kunstvoll-wirbelnden Bewegungsschau aus Flammen für ein nächtliches Spektakel, das überleitete zum gemütlichen Teil des Konzerts für alle, die von Musik nicht genug kriegen konnten.

Anregender Abend

Die Besucher blieben am Lagerfeuer sitzen, Zuhörer packten ihre Gitarren aus und vereinten sich zu einer Jam-Session. Vom Waldgasthaus mit kulinarischen Köstlichkeiten versorgt, erlebten die Gäste einen für alle Sinne anregenden Konzertabend. (zve)

Quelle: HNA

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