Investitionen der Skilift-Betreiber haben sich nicht gelohnt

„Zu wenig Frost“: Fazit des ersten Winters mit Beschneiung in Battenhausen

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Skilift der Familie Becker in Battenhausen: (von links) Ortsvorsteher Siegfried Ruppel, Bernhard und Leon Becker, Lena Bachmann mit Tochter Lia, Alexandra Becker an der Liftstation.

Battenhausen. Die Investitionen der Familie Becker in eine künstliche Beschneiungsanlage am Skilift Battenhausen rechnen sich bisher nicht. „Das war der schlechteste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", sagte Liftbetreiber Bernhard Becker der HNA. Im Interview zog Becker ein Fazit des Winters.

Die erste Saison mit künstlicher Beschneiung am Skilift Battenhausen ist zu Ende. Wie lautet Ihr Fazit? 

Bernhard Becker: Es war der schlechteste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die reichen bis ins Jahr 1781 zurück. Wir hatten einfach zu wenig Frost. Für die künstliche Beschneiung brauchen wir Nachttemperaturen von mindestens minus 3 oder minus 4 Grad.

An wie vielen Tagen waren ein Skibetrieb bei Ihnen in Battenhausen möglich? 

Becker: An sechs Tagen, darunter war leider nur ein gutes Wochenende.

Schätzen Sie bitte mal, aus welchem Umkreis Wintersportfreunde zu Ihnen nach Battenhausen gekommen sind. 

Becker: Die meisten kamen aus Schwalmstadt. Wintersportfreunde aus Waldeck-Frankenberg gucken bei uns auf die Webcam und fahren dann wohl lieber nach Willingen.

Wie viele Besucher hatten Sie insgesamt in diesem Winter? 

Becker: Das kann ich schlecht schätzen. Wenn Schnee da ist, hatten wir schon 800 bis 1400 Besucher. Die sind allerdings längst nicht alle Ski gefahren.

Was planen Sie für die Zukunft? 

Becker: Man kann nicht bis ins Jahr 2050 vorausschauen. Das Klima soll bleiben, der Schnee etwas weniger werden. Ich glaube, dieses Jahr war einfach ein schlechter Winter. Im Jahr zuvor hatten wir fast vier Wochen gute Wintersportbedingungen - und das ohne Beschneiung.

Wollen Sie weiterhin in die künstliche Beschneiung investieren? 

Becker: Das würde ich gern, aber das geht über unsere finanziellen Möglichkeiten. Eine Schneekanone kostet etwa 25 000 Euro. Wir sind auf der Suche nach Sponsoren. Willingen hat etwa 80 Schneekanonen, Winterberg etwa 300. Die können in zwei bis drei Tagen die komplette Piste beschneien. Davon sind wir in Battenhausen weit entfernt.

Quelle: HNA

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