AFK spricht sich gegen Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg-Korbach aus

„Wenig Nutzen, hohe Kosten“

Klaus Gantner

Frankenberg. Der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen (AFK) Frankenberg spricht sich in einer Pressemitteilung gegen die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Frankenberg und Korbach aus. Der Landkreis hatte angekündigt, dafür drei Millionen Euro auszugeben. „Dafür können wir aus vielerlei Gründen kein Verständnis aufbringen“, heißt es in der AFK-Mitteilung.

„Diese Maßnahme würde den ohnehin tief defizitären Haushalt durch hohe Betriebskosten langfristig belasten. Die Züge werden ja schon am Wochenende nicht angenommen und als Verkehrsmittelalternative für Berufsverkehr oder zum Einkaufen ist die Kurhessenbahn völlig ungeeignet“, sagte AFK-Vorsitzender Klaus Gantner.

Auch beim Gütertransport aus der Region sehe der Arbeitskreis keinen objektiven, zusätzlichen Bedarf. In Frankenberg müsse zudem mit einem Verkehrschaos durch Schließzeiten an den vier Bahnübergängen gerechnet werden. „In Summe ist die Kurhessenbahn zwar idyllisch, bringt aber wenig Nutzen und verursacht dauerhaft hohe Kosten.“

Gantner weiter: „Wir fragen uns auch, auf welchen Prognosezahlen und auf Grund welcher Kosten-Nutzen-Analyse diese Überlegungen basieren. Wir leben in einer Region, die nur über die Straße erschlossen werden kann. Darin zu investieren, lohnt sich. So dicht, dass der Individualverkehr auf die Schiene umsteigt, kann kein Schienennetz und so eng getaktet kein Fahrplan sein.“

„Wir leben in einer Region, die nur über die Straße erschlossen werden kann.“

Klaus Gantner, AFK

Der AFK empfiehlt stattdessen, die dem Landkreis vorliegenden Fahrgastzahlen des Busverkehrs der Strecke Korbach-Frankenberg zurate zu ziehen. Bereits heute werde der Busverkehr an Wochenenden durch ein Anruf-Sammeltaxi ersetzt, weil keine Nachfrage vorhanden sei. „Dieses Defizit durch ein konkurrierendes Angebot auf der Schiene zu verstärken, kommt einer Kanibalisierung im öffentlichen Personennahverkehr gleich“, heißt es. Vielmehr würde es Sinn machen, das Geld in einen hochwertigen Busverkehr zu investieren und ihn attraktiver zu gestalten, anstatt halbherzig zwei parallele Beförderungsarten aufrecht zu erhalten.

„Schnell und unbürokratisch“

„Desweiteren würden wir uns sehr freuen, wenn Entscheidungen wie im Falle der Ortsumgehung in Volkmarsen auch bei anderen Maßnahmen schnell und unbürokratisch getroffen werden können – zum Beispiel bei der Umgehung Dorfitter, bei der Sackpfeife und den dringend notwendigen Ortsumgehungen an der 252. (nh/jpa)

Quelle: HNA

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