Frankenberg

Weniger Kündigungen bei Thonet

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- Frankenberg (apa). Die Einrichtung einer Einigungsstelle unter dem Vorsitz eines Richters hat den Mitarbeitern des Frankenberger Möbelherstellers zu einem Sozialplan und einem Interessensausgleich verholfen. Außerdem verhinderte der Betriebsrat etwa die Hälfte der vorgesehenen Kündigungen und die Aufhebung der tariflichen Arbeitszeit.

 Das Traditionsunternehmen hatte im Herbst angekündigt, rund ein Drittel der Mitarbeiter zu entlassen und die Produktion zu verkleinern: Das Werk I wird stillgelegt, die Produktion komplett in das neuere Werk II jenseits der Bahnschienen im Gewerbegebiet verlegt und „verschlankt“.

Nach Angaben des Betriebsrates war bereits ab Juni 2010 im Wirtschaftsausschuss erkennbar, dass auf Grund des schlechten Auftragseingangs die Umsatzvorgabe nicht erreicht werden konnte – obwohl Thonet im Vergleich zur Entwicklung der Branche noch vergleichsweise gut da stand: Die Branche verzeichnete einen Umsatzrückgang in Höhe von 30 Prozent, das Unternehmen einen Rückgang von 9 Prozent. Banken fordern Gutachten „Trotz bereits eingeführter Kurzarbeit wurde unsere Budgetvorgabe pro Monat auftragsmäßig leider immer unterschritten“, blickt Betriebsratsvorsitzender Hermann Müller zurück. Ab Juli habe die Geschäftsleitung vom Betriebsrat den Verzicht der tariflichen Sondervereinbarung gefordert.

Während der notwendigen Verhandlungen mit den zuständigen Banken hatten diese ein unabhängiges Gutachten gefordert. Ein Diplom-Wirtschaftsingenieur erstellte im September ein Konzept, das in groben Zügen folgende Schritte vorsah: die Verlagerung der Produktion von Werk I in das vorhandene Werk II, die Kündigung von 54 Mitarbeitern und die Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche, davon fünf Stunden unbezahlt.

Der Betriebsrat hat seit Oktober mit der Geschäftsleitung wegen der geplanten Massenentlassungen im Rahmen von Interessenausgleichsverhandlungen verhandelt.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 18. Januar

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