Energieversorger sind auf die teilweise Sonnenfinsternis am Freitag vorbereitet

Wenn der Tag beinahe zur Nacht wird

Erde, Mond und Sonne liegen genau in einer Linie, der Mond schiebt sich zwischen den Stern und den Planeten. In der Region ist am Freitag eine fast 80-prozentige Finsternis zu sehen. Foto/Grafik: Fotolia

Frankenberg - Ein seltenes Schauspiel ist am 20. März am Himmel über Europa zu sehen: Der Mond schiebt sich zwischen die Erde und die Sonne und sorgt dadurch für eine teilweise Sonnenfinsternis. Wer zuschauen möchte, sollte das keinesfalls ohne Spezialbrille tun.

Dass sich die Sonne mitten am Tag plötzlich verdunkelt, weil sich der Mond in ihren Weg schiebt, war in Deutschland zuletzt im Mai 2003 zu erleben. Am Freitag verfinstert der Mond die Sonne in der Zeit zwischen 9.30 und 12 Uhr zu annähernd 80 Prozent. Der dunkelste Stand wird für 10.38 Uhr erwartet.

Doch was passiert, wenn in nur wenigen Minuten sämtliche Solar- und Photovoltaikanlagen europaweit kein Licht mehr verarbeiten und dann ebenso plötzlich die Sonne wieder darauf scheint? Die vier in Deutschland ansässigen Übertragungsnetzbetreiber haben sich seit mehr als einem Jahr intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet, unter anderem durch Studien, sagt Joachim Müller, Leiter des Bereichs Technik bei der Energie-Waldeck-Frankenberg (EWF).

Dabei müssen sich die Stromversorger allerdings auf theoretische Annahmen verlassen - bei der letzten großen Sonnenfinsternis 1999 etwa ergaben sich keine Konsequenzen für die Energieversorgung, „da die Solarstrom-Produktion noch nicht den heutigen Stellenwert hatte“.

Gemäß Simulationen der Sonnenfinsternis könne demzufolge die Solarstromleistung am Vormittag zunächst um rund 13 Gigawatt zurückgehen und anschließend um 19 Gigawatt ansteigen.

Entscheidend werde jene Phase der Finsternis sein, wenn der Mond die Sonne wieder freigibt. Da diese genau in der Zeit liegt, wenn die Sonne ihren Höchststand am Himmel erreicht, werde die Sonneneinstrahlung ­ wesentlich stärker sein als zu Beginn der Sonnenfinsternis.

(Von Andrea Pauly)

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