"Der Goldene Drache“ in der Ederberglandhalle

Wenn "Der Kleine" verblutet

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Frankenberg - Globalisierungskritik kann Spaß machen - und dabei dennoch ernst sein. Das beweist Roland Schimmelpfennigs „Goldener Drache“, das das Hessische Landestheater aus Marburg am Donnerstag, 26. April, in Frankenberg aufführt.

„Ein Katastrophenmärchen“, „ein Gesellschaftsgaukelspiel, eine Komödie mit blutigem Untergrund“ oder „ein kleines, feines Meisterstück“ haben Kritiker das Theaterstück „Der Goldene Drache“ von Roland Schimmelpfennig genannt, mit dem das Hessische Landestheater aus Marburg am Donnerstag, 26. April, beim Frankenberger Kulturring in der Ederberglandhalle zu Gast ist. Die Aufführung beginnt um 20 Uhr, schon ab 19.30 Uhr gibt es bereits eine dramaturgische Einführung für alle Theaterinteressierten.

Darum geht es im amüsanten Stück mit ernstem Hintergrund: An einem Abend im Sommer wird in der Küche des „Goldenen Drachen“ einem jungen Chinesen - genannt: „Der Kleine“ - mit Hilfe einer Rohrzange ein Zahn gezogen. Ein Arztbesuch kommt nicht in Frage, denn er hat keine Papiere. Sein Zahn landet im Wok, dann in der Thai-Suppe. Diese Einlage verschlägt der einige Stockwerke darüber wohnenden Stewardess den Appetit. Der Kleine verblutet. Roland Schimmelpfennig, Jahrgang 1967, der an der Berliner Schaubühne als Dramaturg und für das Hamburger Schauspielhaus als Hausautor tätig war, gilt derzeit als führender deutscher Dramatiker. Er ist kein auftrumpfender Visionär oder Provokateur, der das Spektakel auf der Bühne liebt, sondern gilt als Texttüftler, der Motive, Situationen und Figuren auf innige Weise verknüpft. Seine surrealen Textmontagen scheinen von García Marquez oder Michelangelo Antonioni inspiriert und geben für Regisseure keine leichte Vorlage ab. Karten für den Theaterabend „Der Goldene Drache“ gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Jakobi in der Frankenberger Fußgängerzone für 14, 18 und 20 Euro. Jugendliche zahlen die Hälfte.(vk)

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