Tuning-Treffen in Battenfeld

Wenn aus dem Ford ein Kunstwerk wird

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Allendorf-Battenfeld - Blank geschrubbte Felgen und auf Hochglanz polierter Lack: 100 Tuner aus ganz Deutschland haben am Wochenende ihre aufgemotzten Kisten in Battenfeld ausgestellt. Sie waren zu Gast bei den Frankenberger Ford-Fanatics.

Udo Gieraths aus Köln ist schon zum vierten Mal in Battenfeld. Er stellt wieder seinen silbernen Ford aus. Flügeltüren hat sein Auto – das sichtbarste Zeichen, dass er seine sportliche Kiste tunt. Die anderen Umbauten sind für den Laien nicht direkt zu sehen und eher unter der Haube. „Ich bin auf vielen Tuning-Treffen dabei“, erzählt der Kölner. Insgesamt 14 Pokale hat er mit seinem Auto schon gewonnen – und hofft auf einen weiteren aus Battenfeld. Dort fährt er jedes Jahr hin: „Ist ja schließlich ein Ford-Treffen“.

Nicht so weit hatten es Christian „Schleicher“ Schmidt aus Rennertehausen und Christian „Bonzen“ Bocan aus Winterberg. Sie waren mit ihrem Club „Streethawks“ da und stellten sechs getunte Fahrzeuge aus – und einen besonderen „Wärmetauscher“, eine Wanne mit Wasser: „Wir stellen warmes Bier rein. Das Bier wird kalt, das Wasser warm – und dann legen wir uns in die Wanne.“ Tuner sind eben Menschen mit Ideen.

Bei der Bewertung gab es 15 Pokale für die schönsten Fords. Aber auch Tuner mit anderen Autos sind zugelassen: Zehn Pokale gab es in einer zweiten Klasse für alle anderen Marken. Die Jury bestand die aus einem Kfz-Meister, einem Hobby-Schrauber und einer Frau besteht. Jeder vergibt laut Brani Dominko vom ausrichtenden Tuning-Club Punkte für Technik und Aussehen, die hinterher addiert werden. „Das Schöne ist, dass dann nicht immer das 100 000-Euro-Auto gewinnt, sondern auch mal ein ziemlich normal aussehendes Auto.“ Bereits zum fünften Mal luden die Frankenberger Ford-Fans zu einem Tuning-Treffen ein. Neun Männer und fünf Frauen schrauben darin gemeinsam an ihren Fords. „Wir haben unsere bisherigen Teilnehmerzahlen wieder getoppt“, freut sich Dominko. Insgesamt 100 Tuner waren am Wochenende zu Gast und haben ihre Autos ausgestellt und bewerten lassen. Im vergangenen Jahr seien es rund 80 Autoschrauber gewesen.Ob die tiefergelegte Karosserie, die Handschellen am Autositz, die disco-taugliche Verstärkeranlage im Kofferraum oder Airbrush-Bilder auf dem Kotflügel: Erlaubt ist, was die Blicke auf sich zieht. Zugleich informieren sich die Teilnehmer über Trends. „In“ ist zum Beispiel das Aufbringen von Folien. Das sorgt für für eine neue Optik und schützt den Originallack.

Vor fünf Jahren organisierten die Schrauber aus dem Frankenberger Raum ihr erstes Treffen. „Wir wollten es einfach mal probieren und es ist eingeschlagen wie eine Bombe“, erzählt Dominko. Nicht nur Tuner aus Österreich, Belgien und Berlin seien wieder dabei – auch Menschen, die aufgemotzte Autos nur aus dem Fernseher kennen, schauen laut Dominko immer häufiger vorbei. „Die ganze Familie wird mit einbezogen – für die Kinder ist es toll, so etwas live zu sehen.“ Zugleich wollen die „Ford Fanatics“ Vorurteile abbauen – und das sei in den vergangenen Jahren gelungen, sagt Brani Dominko. Die Zahl der Besucher steige. Für die Schrauber und deren Partner gebe es zudem unterhaltsame Clubspiele, wie Handtaschenhalten oder Auspuffweitwurf. Dominko bedauert nur, dass wenige Tuner aus der Region dabei sind: „Dabei fahren hier viele tolle Autos rum“.

von Patricia Kutsch und Mark Adel

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