Daniela Riwoldt hat ein ungewöhnliches Hobby: Visagistik

Wenn das Gesicht zur Leinwand wird

Frankenberg - Wie Farben und Materialien ein Gesicht verändern können, wie ein Lidstrich hier und ein bisschen Puder dort Augen und Lächeln beeinflussen: Das fasziniert Daniela Riwoldt. Die Frankenbergerin ist nebenberuflich Make-up-Artist. Was als Hobby begann, nimmt mehr und mehr professionelle Züge an – sogar für ein Hochzeitsmagazin war sie schon aktiv.

Zur Konfirmation soll es eine besondere Frisur sein, zum Abiball möchten viele Jugendliche anders wirken als im Schulalltag, Bräute möchten frisch und rosig aussehen. Allein bekommen das aber die wenigsten hin – und genau da hilft Daniela Riwoldt. Die 29-Jährige wollte schon als Kind Maskenbildnerin werden. Sie hat dann doch eine andere Karriere eingeschlagen, eine Ausbildung im Büro gemacht und ein Studium im Eventmanagement draufgesattelt. Der Wunsch aus der Kindheit hat sie aber nicht ganz losgelassen.

„Nach dem Studium hatte ich auf einmal so viel Zeit“, erinnert sie sich. Aber nach der Arbeit und an den Wochenenden nur auf dem Sofa liegen – das ist nicht ihr Ding. Also entschied sie spontan, eine Visagistik-Schulung zu besuchen. Zuerst absolvierte sie Kurse in Gießen, dann drei Wochenend-Seminare an der Kosmetikfachschule in Frankfurt.

Bunt, fröhlich, kreativ und nicht immer ernst gemeint

Sie probierte aus, schminkte sich selbst oder Freundinnen, dann fragte sie Bekannte, ob sie als Models zur Verfügung stehen würden. Dabei bewies Daniela Riwoldt Kreativität: Für ein Fotoshooting unter dem Motto „süße Früchtchen“ schmückte sie ihre Models mit Erdbeeren, Ananas oder Physalis und schminkte sie in passenden Farben. Beim Pfingstmarkt kaufte sie Zuckerwatte, klebte ihren Freundinnen kleine Wattekugeln ins Gesicht und passte den Lidschatten der Farbe der Zuckerwatte an. „Es ist einfach spannend, wie sich Menschen verändern können – durch Farben, Materialien und Strukturen“, erläutert sie.

Nicht immer muss es bunt, wild und glitzernd sein, im Gegenteil: Make-up-Artists haben auch die Aufgabe, so zu arbeiten, dass die Farben zwar eine Wirkung entfalten, aber nicht plakativ wirken. Gerade bei Bräuten ist das wichtig – erst recht, wenn sich die Frauen sonst nur wenig oder gar nicht schminken. Damit sich die Kundinnen nachher wohlfühlen, sei es wichtig, ihren Typ nicht zu sehr zu verändern. „Deshalb frage ich immer nach, wie sie sich selbst schminken.“

Als Anfang 2013 die ersten Frauen nach Make-up für besondere Anlässe oder Fotoshootings fragten, machte Daniela Riwoldt den logischen Schritt: Sie meldete ein Kleingewerbe an. Aus dem Studium und von der Kosmetikfachschule hatte sie das nötige Wissen für die Buchführung.

In ihrer Wohnung im Elternhaus richtete sie ein kleines Arbeitszimmer mit Schminkplatz am Fenster und guter Beleuchtung ein. In einem Regal hat sie Kosmetikprodukte, Lippenstifte, Eyeliner, Lidschatten in allen Farben und andere Produkte ordentlich sortiert und griffbereit.

Schnell stellte sie fest, dass ihre Kundinnen zum Make-up auch gerne eine passende Frisur hätten. „Mal gucken, ob ich das kann“, dachte sich die Frankenbergerin und belegte ein Seminar, in dem sie die Grundlagen erlernte. Auch beim Frisieren kommt ihr ihre Kreativität zugute: Sie probiert gerne herum. Sie steckt hoch, flicht, lockt, kringelt und glättet. Auch dabei hat sie mittlerweile Übung und einige Erfahrung. Allerdings will sie den Friseuren keine Konkurrenz machen, betont sie.

Das Schönste an der Arbeit als Visagistin ist für Daniela Riwoldt, dass fast alle Kundinnen aus freudigen Anlässen bei ihr sind: „Das sind immer freundliche und fröhliche Menschen, mit denen ich zu tun habe.“

Magazin „Hochzeit“ zeigt ihre Styling-Ideen

Mit jedem Make-up und jeder Frisur wurde sie kreativer und geübter. Und so entschied sie sich vor einiger Zeit spontan, nicht nur ihrem Kundenkreis zu zeigen, was sie kann. Sie schrieb die Chefredakteurin des Magazins „Hochzeit“ an und bot an, verschiedene Styling-Ideen für Bräute eigens für das Magazin zu entwerfen. „Sie hat sofort zugesagt“, freut sich Daniela Riwoldt.

Die Frankenbergerin überlegte sich ein Konzept und sprach fünf Kundinnen an, die in den vergangenen zwei Jahren geheiratet hatten. Sie alle brachten ihre Brautkleider mit. Riwoldt schminkte und frisierte sie – mal klassisch, mal verspielt, mal extravagant. Sie lieh Schmuck und Dekoration aus und ließ die Damen fotografieren. „In zwei Tagen haben wir die Aktion geschafft“, erzählt sie. Das Magazin veröffentlichte Fotos und Texte auf seiner Seite www.hochzeit-magazin.net im Internet.

Bei allem Erfolg und Spaß an ihrem Hobby war aber eines von Anfang an klar: Make-up und Frisuren sollen genau das bleiben – ein Hobby.

Eine Einsicht in Daniela Riwoldts Arbeit gibt es auf http://makeupbydaniela.jimdo.com/ und auf Facebook unter „Make-up by Daniela“.

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