Frankenberg

Wenn das Herz plötzlich schlappmacht

- Frankenberg (gi-). Schleichend und deshalb oft unbemerkt kommt die chronische Herzschwäche daher. Die Folgen können sich dramatisch entwickeln. Zwei Herzspezialisten – Chefarzt Dr. Harald Schmid aus Frankenberg und Kardiologe Dr. Andreas Utech aus Kassel – eröffneten am Montagabend in der Ederberglandhalle die zehnte Herzwoche, die sich dem Thema Herzschwäche und Herzkatheterlabor widmet.

Mehr als 200 Besucher waren gekommen, und die Mediziner mussten anschließend zahlreiche Fragen beantworten.

Laut Dr. Schmid leiden etwa 450 Einwohner der Stadt Frankenberg an akuter Herzschwäche, also jeder 50. Mitbürger. Ältere Menschen seien deutlich häufiger betroffen. Herausragende Ursachen: hoher Blutdruck und Herzkranzgefäßerkrankungen.

Schlimme Folgen

Was ist Herzschwäche? – Dr. Schmid: „Ganz allgemein versteht man darunter eine Abnahme der Pumpfunktion des Herzens“. Die Ursache könnten unterschiedliche Erkrankungen sein. Fazit: Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Endstadium verschiedenartiger Störungen mit schwerwiegenden Folgen. Beispielsweise fließt nicht genügend Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen zu den lebenswichtigen Organen. Deren Funktion wird beeinträchtigt. Der Körper versucht nun die Schwächen zu beheben, indem er Stresshormone ausschüttet (Adrenalin etc.), die das Herz aber in die Erschöpfung treiben können. Das führt zur Herzvergrößerung und schlimmstenfalls zum Pumpversagen.

Wie macht sich Herzschwäche bemerkbar? – Dr. Schmid: „Führende Symptome sind Atemnot, Flüssigkeitseinlagerungen und Gewichtszunahme mit entsprechenden Komplikationen.“ Aus der chronischen Herzschwäche werde dann eine akute; „... ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortiges Handeln erfordert.“

Was ist zu tun? – Dr. Schmid: „Arzt aufsuchen, der zum Kardiologen überweist. Je früher, desto besser.“ Dort werde umfangreich untersucht, möglicherweise mit Herzkatheter: „Die Betroffenen müssen wissen, dass die chronische Herzschwäche weiter fortschreitet. Je eher dann die Therapie einsetzt, umso besser sind die Chancen, die Erkrankung aufzuhalten.“ Es gebe wirksame Medikamente.

Besonders wichtig sei es außerdem, den Blutdruck unter 140/90 zu senken. Ferner: körperliche Aktivität und Bewegung. Heute weiß man, dass Ausdauerbelastung, Spazierengehen, Wandern und Radfahren zu einer Besserung der Leistungsfähigkeit führen. Hinzu kommt eine gesunde Ernährung durch viel Obst, Gemüse, Salate, Vollkornprodukte, wenig Fleisch, eher Fisch, Raps- und Olivenöl statt tierischer Fette; Kochsalzeinschränkung etc.

Bis Transplantation

Und wenn das alles nicht hilft? – Der weitere Weg zur Gesundung des Herzens wird komplizierter und aufwendiger – bis hin zur Herztransplantation und zum Kunstherz. Dr. Schmid erläuterte und zeigte auch dies anhand von ausgezeichneten Projektionen auf einer riesigen Leinwand.

Walter Bernhard aus Morschen, ehrenamtlicher Beauftragter der Deutschen Herzstiftung, forderte das Auditorium auf, seine Organisation auch weiterhin monetär und ideell zu unterstützen. – Alle Referenten waren positiv überrascht von der hohen Besucherzahl in der Ederberglandhalle.

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