Fachvorträge und Infostände: Frankenberger „Herztag“ widmet sich der Insuffizienz des Organs

Wenn das Herz zu schwächeln beginnt

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Dr. Elisabeth Pryss und Dr. Harald Schmid sprachen beim Herztag über Herzinsuffizienz und das „Altersherz“.

Frankenberg - Wenn das Herz langsam schwächer wird, merkt der Patient davon erst einmal nichts - bis das Leben beschwerlicher wird. Über Symptome, Diagnose und Therapien wurde gestern beim Frankenberger „Herztag“ gesprochen.

Der Körper ruht, wenn der Mensch schläft. Die meisten Muskeln sind entspannt - doch einer tut stets seine Arbeit: das Herz. Rund 86 400 Schläge macht es am Tag, befördert in einem durchschnittlichen Leben 178,4 Millionen Liter Blut durch die Adern. Wenn es schwächer wird, leidet der Mensch - mitunter mit tödlichen Folgen.

Dem Thema Herzinsuffizienz, der Schwäche des Herzens, widmete sich am Freitag der Frankenberger „Herztag“. Seit 1999 findet die von Dr. Harald Schmid ins Leben gerufene Veranstaltung in der Ederberglandhalle statt - wie auch gestern stets mit großem Besucherandrang. Der inzwischen pensionierte Initiator selbst sprach zum Thema „Das Altersherz - Krankheit oder natürliche Fügung“.

Der einführende Vortrag aber lag in den Händen von Schmids Nachfolgerin Dr. Elisabeth Pryss. Sie erklärte Wissenswertes rund um das Thema Diagnose und Therapie von Herzinsuffizienz. Sie gab den Besuchern - Betroffenen wie auch interessierten Gästen - einen Einblick in die Thematik. Pryss führte in die vier Phasen der Herzschwäche ein. „In Phase eins spürt der Patient noch nichts von seinem Leiden - aber wir können die Krankheit bereits auf unseren Geräten erkennen“, sagte sie. Bereits ein Ruhe-EKG könne einen Hinweis liefern, wenn es auch keine medizinisch fundierte Bestätigung liefere. Spätestens aber ein Ultraschallbild gebe Gewissheit. „Gehen Sie zum Arzt“, rief sie das Publikum auf. Dann könne frühzeitig entgegengewirkt werden. In Phase vier drohe schließlich der Tod - wenn nicht ein Herzschrittmacher oder im Extremfall eine Transplantation das Leiden mindern kann. Pryss erinnerte daran, wie bedeutsam Organspenden sind - trotz der Skandale des vergangenen Jahres.

Im Foyer der Ederberglandhalle gab es für die Besucher die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und Broschüren mit nach Hause zu nehmen. So wurde etwa die Technik zur Diagnose von eingebauten Herzschrittmachern präsentiert. Als vorbeugender Schritt hatten Diät- beraterinnen des Kreiskrankenhauses „herzgesunde Kost“ vorbereitet. Sie maßen auch den Blutzucker. Schließlich präsentierte ein namhafter Hersteller künstliche Hüft- und Kniegelenke. Zum Thema hielt Chefarzt Dr. Oliver Schuppan einen Gastvortrag.

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