Frankenberger Kirchenkreis-Delegation zurück aus Südafrika

Wenn selbst wenig für alle reicht

In der lutherischen Kirche von Tigane stellte sich die Frankenberger Kirchenkreis-Delegation nach dem Gottesdienst mit Kirchenvorstehern und Posaunenbläsern zu einem Erinnerungsfoto auf.

Frankenberg - Nach drei erlebnisreichen Wochen mit vielen Begegnungen ist jetzt eine fünfköpfige Delegation des Kirchenkreises Eder mit Dekanin Petra Hegmann aus dem südafrikanischen ELCSA-Partnerkirchenkreis Borwa I zurückgekehrt.

Eigentlich wäre der Reisetermin im Rhythmus der gegenseitigen Besuche im vergangenen Jahr fällig gewesen, als die Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Frankenberg und Borwa I in West-Transvaal 30 Jahre alt wurde.

Doch die Planungen hatten sich verschoben und deshalb war die Freude groß, als jetzt Dekan Modikoe Rampou in Klerksdorp die Gruppe aus Frankenberg endlich begrüßte. Als Gastgeschenk hatte Dekanin Hegmann ein Altarkreuz aus Eichenholz mitgebracht.

Mit dabei waren der Präses der Kreissynode, Adam Daume, der Kirchlotheimer Pfarrer Matthias Müller, die Konrektorin der Friedrich-Trost-Schule, Elke Mitze (Frankenberg), und Nathalie Hartmann, Kinderpsychotherapeutin (Viermünden).

Diese Reise stand auch im Zeichen des Rückblicks auf die vielen Veränderungen seit dem Wegfall der Apartheid in Südafrika. „Wir waren beeindruckt, wie tief unsere Freunde ihre Geschichte verinnerlicht haben und geprägt sind von Nelson Mandela, seinen Ideen des gewaltlosen Widerstands und des friedlichen Miteinanders der Menschen“, sagte Dekanin Petra Hegmann.

Neben großen Museen und Kulturstätten gehörten zum Besuchsprogramm Schulen und Bildungseinrichtungen, zwei Behindertenprojekte in Wolmaransstad und Ottosdal und auch die aus der Missionstradition hervorgegangene deutsche Gemeinde Concordia.

Eine von vielen Stationen: Hospiz mit ehrenamtlich arbeitendem Team

Tief beeindruckt war die Gruppe von einem Hospiz in Lichtenburg, das ehrenamtliche Kräfte engagiert unterhalten.

Überall trafen die Frankenberger auf herzliche Gastfreundschaft - auch in Familien, die selbst nicht viel zu essen hatten. „Trotzdem teilten sie noch mit uns“, beobachtete Nathalie Hartmann.

An zahlreichen Gottesdiensten nahm die Delegation mit Gesang, Gitarrenspiel, Gebet oder Predigt teil. Und mit der Gemeinde in Klerksdorp feierte sie am Reformationssonntag einen besonders festlichen Gottesdienst.

Sämtliche Kirchspiele von Borwa I mit ihren Gemeinden besuchten die Gäste. „Alle Kirchen, die vorhandenen und auch die noch nicht gebauten“, so Matthias Müller, „haben wir uns angeschaut.“

Zwölf Kirchspiele seien derzeit von nur sieben Pfarrern zu betreuen, „und das über Distanzen von teilweise 60 Kilometern in einem Kirchenkreis, der so groß ist wie Hessen“, stellte Elke Mitze fest, die schon früher in Südafrika gewesen war.

Immer wieder kam es zu freudigem Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern aus Borwa - zum Beispiel mit der Pfarrfrau Lydia Pelesa, die mit ihrem Mann Jacobus und ihren Kindern von 1991 bis 1993 in Wiesenfeld gelebt hatte und die Delegation spontan besuchte.

In ihrem Reisegepäck brachte die Delegation aus Borwa I neben unvergesslichen Eindrücken viele Bilder, kleine Geschenke (darunter das Gesangbuch „Kopelo“ in Tswana-Sprache) und Grüße an die Kirchengemeinden im Frankenberger Land mit.

„Wir werden uns vor Weihnachten noch mit unserem Partnerschaftsausschuss treffen, alle Informationen weitergeben und gemeinsam beraten, welche neuen Impulse wir in unserer Partnerschaft geben können“, kündigte Dekanin Hegmann an. (sr)

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