Platt-Abend in Ernsthausen

"Wer kein Platt versteht tut mir leid"

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Helmut Simon und Elfriede Engel auf dem Weg zur Milchbank. Als Kinder haben sie die Milch dorthin gebracht und dabei Schwätzchen gehalten und Neuigkeiten mit anderen ausgetauscht. Sie sind die „letzte Generation Milchbank“.Fotos: Jürgen Jacob

Burgwald-Ernsthausen - Auch der zweite "Platt-Abend" des Heimat- und Kulturvereins Ernsthausen war ein voller Erfolg: Rund 200 Besucher erlebten im Dorfgemeinschaftshaus eine sprachliche Reise in die Vergangenheit.

„Alle, die kein Platt verstehen und keine Ahnung von der Landwirtschaft von früher haben, tun mir jetzt schon leid“, sagte Lenchen Klingelhöfer zu Beginn ihres Berichtes. „Ihr könnt Euch ja vielleicht einen Dolmetscher nehmen“, schlug sie vor.

Aber die meisten Gäste wussten dann doch, was gemeint war, wenn mit „ahle Kaffeleffelche dos Meisegeft so rechtich tief ih jedes Meiseloch nieh geleert wörde“ und somit der Mäuseplage auf den Feldern zu Leibe gegangen wurde. Gemeinsam mit Elli Cronau und Mariechen Küthe erzählte Lenchen Klingelöfer, wie es zu ihrer Jugendzeit auf den Feldern rund um Ernsthausen zuging.

Passend dazu gab es dann auch die musikalische Umrahmung mit Heinrich Cronau am Akkordeon: „Weißt Du noch wie´s früher war“ und „Im Märzen der Bauer“ sangen die Ernsthäuser gemeinsam.

Am „Treffpunkt Milchbank“ gab es dann den neusten Tratsch aus dem Ort und der Umgebung. Besonders schlecht kamen dabei meist die Bewohner des Nachbarorts Wollmar weg. Elfriede Engel, Uwe Cronau, Hermann Meyer, Helmut Simon und Werner Klingelhöfer haben teilweise noch als Kinder die im Hof erzeugte Milch zur Milchbank oder zum Milchhäuschen gebracht und dabei ein Schwätzchen gehalten und Neuigkeiten ausgetauscht und gelten somit als die „Letzte Generation Milchbank“ in einer noch nicht so technisierten Welt.

Anschließend erzählten Mariechen Küthe und Lenchen Klingelhöfer, bei wem denn früher in Ernsthausen die Kinder bestellt wurden und wo sie dann herkamen, noch bevor es den Klapperstorch gab.

Von Jürgen Jacob

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