Ausstellung mit Bildern von Armin Mueller-Stahl eröffnet

Werke eines Weltstars im Hallenberger Kump

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Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge überreichte Blumen an Dr. Birgit Kümmel (Bad Arolsen), die die Gäste in die Arbeit Mueller-Stahls als Maler einführte.

Hallenberg - Der große Schauspieler selbst war nicht gekommen - ganz selten taucht Armin Mueller-Stahl spontan auf Ausstellungseröffnungen auf. „Ich hab‘ noch mal um die Ecke geguckt. Er ist nicht da“, bedauerte Bürgermeister Michael Kronauge. Einen Eindruck vom Leben und Schaffen des kreativen Multitalents Mueller-Stahl erhielten die zahlreichen Besucher trotzdem.

Hallenberg. Bis zum 14. November gibt die Ausstellung „Menschenbilder“ einen Einblick in das künstlerische Schaffen Armin Mueller-Stahls. Am Donnerstagabend wurde die Schau im „Kump“ eröffnet - die Einführung hielt Dr. Birgit Kümmel, die Leiterin des Bad Arolser Museums. Zahlreiche Interessierte - darunter viele Wal­deck-Frankenberger - hatten sich dazu eingefunden und zeigten sich begeistert von den Bildern des weltberühmten Schauspielers (siehe Kasten). Kümmel berichtete davon, wie sehr Mueller-Stahl sich im Malen verlieren könne: Beim Zeichnen sei er selbst der Regisseur und viel freier als beim Schauspiel. Seiner Kreativität freien Lauf zu lassen - das könne er am besten, und seine Kreativität sei auch die einzige Grenze, die ihm in der Malerei gesetzt sei.

Die Ausstellung in Hallenberg zeigt nur einen kleinen Teil seiner Arbeiten: Insgesamt 60 von mehr als 1000 Druckgrafiken, Lithografien und Radierungen sind in der Ausstellung zu sehen. In Zusammenarbeit mit dem „Kunsthaus Lübeck“, das die Schau in Hallenberg ermöglicht hat, werden die Bilder auch verkauft.

Dabei zeigen viele Werke auf den ersten, manche auch erst auf den zweiten Blick, dass sich für den 83-Jährigen die Kunstformen Schauspiel, Musik und Malerei nicht trennen lassen: Für einige Bilder dienten Auszüge aus Drehbüchern als Leinwand. Andere sind Selbstporträts von ihm in seinen wichtigsten Rollen, etwa als Thomas Mann. Außerdem hat Armin Mueller-Stahl zahlreiche Kunstschaffende verschiedener Genres porträtiert, von den Beatles bis Johann Sebastian Bach, von Woody Allen bis Hölderlin.

Dabei wählt er unterschiedliche Formen der Darstellung: Einige sind minimalistisch, fast karikaturesk gehalten, anderen verleiht er mit einer vielschichtigen Farbgebung Tiefe und Detail und hebt mit wenigen farbigen Strichen die entscheidenden Konturen hervor. Birgit Kümmel attestierte Mueller-Stahl Sensibilität bei der Wahl und Komposition der Farben sowie eine hohe Authentizität. „Menschen sind nie nur Objekte für ihn“, betonte sie. Der Hallenberger Bürgermeister Michael Kronauge hatte die zahlreichen Interessierten begrüßt und bedauert, dass der Maler und Schauspieler nicht selbst kommen konnte: „Ein Weltstar im Kump, das wär’s gewesen.“

Öffnungszeiten des Infozentrums Kump in der Petrusstraße: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr. (apa)

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