Bromskirchener Tobias Hummel hält Naturphänomene auf Fotos fest

Das Wetter ist sein Hobby

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Nebel im Tal, Sonne auf dem Gipfel: Auf dem Bollerberg bei Hesborn hat Tobias Hummel einen besonderen Moment fotografisch festgehalten.

Bromskirchen - Wenn sich andere während eines Gewitters unter der Bettdecke verkriechen, steht Tobias Hummel im freien Feld und macht Fotos. Das Wetter - oder vielmehr das Unwetter - ist seine Leidenschaft.

„Hummel, wie wird das Wetter?“ Diesen Satz hört Tobias Hummel häufig - ob von Arbeitskollegen, Freunden oder auch Landwirten. Der Bromskirchener dokumentiert verschiedenste Werte, veröffentlicht auf Facebook und in seinem Blog Wettervorhersagen, und er fährt raus und macht beeindruckende Fotos von besonderen Naturphänomenen.

Das „normale“ Wetter ist für den 36-Jährigen Alltag. Spannend wird es für Hummel dann, wenn bedrohlich wirkende Wolken aufziehen, sich die Welt für einige Minuten verdunkelt, Blitze am Himmel zucken und das Donnern einen zusammenschrecken lässt. „Ich bin ein riesen Gewitter-Freak. Diese zu fotografieren ist außergewöhnlich“, sagt Hummel.

„Ich wusste, dass es ein guter Sturm wird“

Außergewöhnlich deshalb, weil sie sich nur sehr schwer vorhersagen lassen. Und genau das ist es, was für Tobias Hummel die Faszination daran ausmacht. „Plötzlich gibt es einen Wetterumschwung. Wo eben noch Sonnenschein war, fallen Hagelkörner vom Himmel. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Energie dahintersteckt.“

Woher dieses Interesse für das Wetter kommt, kann er sich selbst nicht richtig erklären. Seine Eltern hätten früher Probleme gehabt, ihn ins Bett zu bringen, wenn draußen ein Sturm aufzog. Einmal schlägt ein Blitz ins Elternhaus ein, außer einem Loch im Dach ist nichts weiter passiert. Dieses Erlebnis schreckt Hummel nicht ab.

Mit elf Jahren fängt er an, täglich Werte wie Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit für Bromskirchen aufzuschreiben. Das macht er bis heute. So kann er schnell vergleichen, ob bestimmte Ereignisse wie Hitze oder Kälte für die Region und Jahreszeit normal oder eher ungewöhnlich sind.

Mit der Zeit gestaltet Tobias Hummel das Hobby ausführlicher. Weil Freunde ihn immer mal wieder nach den Wetteraussichten fragen, startet er einen Blog und die Facebook-Seite „Hummel Wetter“. Dort schreibt er regelmäßig eine Vorhersage. Dabei stützt sich der Hobby-Meteorologe auf Daten, die er aus Diagrammen und Karten im Internet nimmt. In Foren tauscht er sich mit anderen Wetter-Begeisterten über mögliche Unwetter aus. Auf dem Hausdach hat er einen Windmesser angebracht.

Die Symbiose wird aber erst durch die Fotografie perfekt. Es ist die Suche nach dem Glückstreffer. Wenn sich ein Unwetter anbahnt, wird Tobias Hummel unruhig - vor allem dann, wenn er bei der Arbeit ist. Seine Kollegen und der Arbeitgeber wissen um das außergewöhnliche Hobby.

So kann es auch schon mal vorkommen, dass sich der 36-Jährige einen Tag freinimmt, weil ein größeres Unwetter angekündigt ist - oder, wie er sagt, ein „gutes Unwetter“. Kyrill zum Beispiel war ein solches. „Ich wusste schon, dass es ein guter Sturm wird. Aber erst am nächsten Tag hat sich gezeigt, was wirklich passiert ist“, beschreibt Hummel das „Ereignis, das vielleicht alle zehn Jahre passiert“.

Auf der Jagd nach Gewittern und dem besonderen Foto hilft ihm auch seine innere Unwetteruhr. „Zieht nachts ein Gewitter auf, dann werde ich vorher wach.“ Das muss er auch. Denn so schnell wie das Unwetter kommt, kann es auch wieder weg sein - und Hummel muss vor dem Gewitter da sein. Steht er auf dem Feld im Regen, ist es zu spät. Dann kann er keine Fotos schießen.

Der Respekt vor Unwettern ist geblieben

Und so kommt es häufiger vor, dass er nachts mit dem Auto durch das Frankenberger Land und Sauerland fährt, aber mit leeren Händen nach Hause kommt. „Wenn es dann geklappt hat, ist das immer etwas besonderes.“ Egal ob Nebel, besondere Wolkenformationen oder eben Blitze: Neben dem Wissen, wann und wo sich ein Motiv ergeben kann, gehöre immer auch Glück dazu.

Bei all der Faszination für die Naturgewalten hat er stets Respekt vor dem Wetter bewahrt: „Man darf das absolut nicht unterschätzen.“ Kommt ein Gewitter zu nah, setzt er sich in sein Auto. Wann es brenzlig wird, kann Tobias Hummel dank seiner Erfahrung einschätzen.

Wettervorhersagen und -fotos gibt es auf Tobias Hummels Blog oder auf Facebook. (tt)

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