Wiesenfeld

Wiesenfelder Wasser ist ungenießbar

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Wiesenfelder Brunnen

- Burgwald-Wiesenfeld. Die Menge der im Frischwasser aus dem Wiesenfelder Brunnen nachgewiesenen Chemikalie 1,1,2,2-Tetrachlorethan liegt deutlich über dem vom Umweltbundesamt definierten Höchstwert.

Nach fast sechswöchiger Analyse hat das Umweltbundesamt die ersten Einschätzungen der Toxikologen bestätigt: Bei einem kurzfristigen Gebrauch des durch die Chemikalie 1,1,2,2-Tetrachlorethan verunreinigten Trinkwassers aus dem Wiesenfelder Brunnen besteht für Menschen keine gesundheitliche Gefährdung. Die Experten setzten densogenannten maßnahmebezogenen Grenzwert für Tetrachlorethan auf 20 Mikrogramm fest. Eine Gesundheitsgefährdung schließen sie allerdings lediglich bei einem Gebrauch über einen Zeitraum von drei Jahren aus. Den lebenslang duldbaren, gesundheitlich unbedenklichen Höchstwert definierte das Umweltbundesamt mit 3,0 Mikrogramm – und damit deutlich unter dem Wert, den ein Marburger Labor im Wiesenfelder Wasser nachgewiesen hatte. Der lag bei 7,4 Mikrogramm, was 7,4 Teilen Tetrachlorethan auf eine Million Teile Wasser entspricht. Damit steht eindeutig fest, dass der Brunnen nicht wieder ans Wassernetz angeschlossen werden kann. Am Freitag hatte das Umweltbundesamt der Gemeinde Burgwald die Ergebnisse der Untersuchung mitgeteilt.

Nach Bekanntwerden der Verunreinigung des Trinkwassers hatte Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch in Absprache mit Dr. Hannelore Wendt vom Kreisgesundheitsamt die sofortige Abschaltung der Wiesenfelder Wasserpumpe veranlasst (FZ berichtete). Er folgte damit der Empfehlung des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts. Binnen weniger Tage hatte die Energie-Gesellschaft Frankenberg (EGF) eine Notwasserversorgung eingerichtet. Seit dem 10. Dezember erhalten die Burgwalder Ortsteile Wiesenfeld, Birkenbringhausen und Burgwald ihr Frischwasser aus einer Versorgungsleitung, die von Röddenau nach Haine führt. Diese Leitung ist allerdings aus dem Jahr 1912 und dient vorrangig dazu, die Wasserversorgung von Allendorf sicherzustellen. Bis zum Bekanntwerden der Verunreinigung hatte die Industriegemeinde einen Teil ihres Wassers aus dem Wiesenfelder Brunnen bezogen. Dauerhaft ist die Versorgung der drei Burgwalddörfer aus der Allendorfer Leitung nicht möglich. Bei steigendem Wasserbedarf ab dem Frühsommer könnte es zu Versorgungsengpässen kommen, hatte EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter gegenüber WLZ-Fz klargestellt.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Montag, 18. Januar 2011.

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