Wildpark: BUND prangert nicht artgerechte Fuchshaltung an

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Übergabe der Unterschriftenliste: Die Unterschriften übergab BUND-Kreisvorsitzende Viola Wagner an Bürgermeister Rüdiger Heß. Vorher hatte sie mit Wolfgang Hormel vom Deutschen Jagdterrier Club (2. von links) Standpunkte ausdiskutiert.

Frankenberg. Eine Seite beruft sich auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, die andere Seite prangert eine nicht artgerechte Tierhaltung an und verweist auf den gesunden Menschenverstand: Es geht um die am Rande des Frankenberger Wildparks unterhaltene sogenannte Schliefanlage.

Dort werden zwei Füchse zum Zweck der Jagdhundausbildung in einem vergitterten Gehege gehalten werden.

Mit der Übergabe einer vom BUND gesammelten Unterschriftenliste an den Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß geht der Streit jetzt in eine neue Runde. Die 168 Personen auf der Liste fordern die Stadt dazu auf, den Pachtvertrag mit dem Deutschen Jagdterrier-Club als Betreiber der Anlage zu kündigen,

Nach einem zum Teil heftigen Wortgefecht zwischen der Kreisvorsitzenden des BUND, Viola Wagner, und Vertretern des Deutschen Jagdterrier Clubs – die bei der Übergabe der Unterschriftenliste dabei waren –, kündigte Bürgermeister Rüdiger Heß an, er werde der Sache noch einmal auf den Grund gehen. Die letzte Überprüfung der Anlage hätte zwar keine Beanstandungen ergeben, er räumte jedoch ein, dass es für Kinder sicher nicht schön anzusehen sei, wie die Füchse zur Jagdhundausbildung benutzt werden.

„Ich werde das Problem ohne Emotionen und Zorn überprüfen und auch in den Magistrat einbringen“, sagte Heß. Alleine wolle er auf keinen Fall entscheiden, ob die Stadt den Pachtvertrag kündigen solle. Die Kontrahenten forderte er auf, „sich noch einmal zusammenzusetzen und einen fairen Dialog zu führen“.

Zuvor hatten BUND-Kreisvorsitzende Viola Wagner und Wolfgang Hormel vom Deutschen Jagdterrier Club erneut ihre Standpunkte dargelegt. Die Vertreterin des BUND warf dem Club vor allem eine nicht artgerechte Tierhaltung vor und prangerte „erbärmliche“ Bedingungen für die Füchse an. Es gehe nicht um das Für und Wider der Jagd im allgemeinen, sondern um die praktizierte Jagdhundausbildung mit den Füchsen: Dafür bestehe überhaupt keine Notwendigkeit, sagte Wagner. Auch einige „namhafte Jäger“ hätten sich an der Unterschriftenaktion beteiligt.

Die Club-Mitglieder beriefen sich auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – insbesondere auf die Brauchbarkeitsprüfungsordnung– und betonten, das Gehege sei mit 50 Quadratmetern Fläche sogar noch größer als gesetzlich vorgeschrieben. Da der Hund keinen direkten Kontakt zum Fuchs habe, sei der Fuchs auch keinem „physischen Leid“ ausgesetzt.

Quelle: HNA

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