Künstlerin Reta Reinl zeigt ab 16. Mai Zeichnungen in der Liebfrauenkirche

Wind als großes Thema

Die Künstlerin und der Wind: Reta Reinl kann mit ihren Kunstwerken, die demnächst in der Liebfrauenkirche zu sehen sind, unsichtbare Bewegungen sichtbar machen und Stimmungen einfangen. Foto: zve

Frankenberg. Eine Ausstellung mit „Windzeichnungen“ in der Frankenberger Liebfrauenkirche ist Teil der Veranstaltungsreihe zum Thema „Fremd“, die Kantor Marc Neufeld für dieses Frühjahr geplant hat. Die Bilder der Sachsenberger Künstlerin Reta Reinl werden vom 16. bis 25. Mai 2010 in dem gotischen Gotteshaus jeweils täglich von 9 bis 19 Uhr zu sehen sein.

Wind ist eines der wesentlichen Arbeitsthemen der Künstlerin Reta Reinl (Lichtenfels), die schon mehrere internationale Kunstwettbewerbe zum Thema „Bewegter Wind“ ausgeschrieben hat. Für sie ist Wind nicht nur ein meteorologisches Phänomen, sondern vor allem eine Metapher für Geist, Gott und Kommunikation, die sich in allen Kulturen der Welt findet. Günstige Winde und drohende Stürme, säuselnde Lüfte und erfrischende Böen sind Bilder, die mehr bedeuten als Hoch- und Tiefdruckausgleich.

„Das Unsichtbare sichtbar machen“ ist ein Ansatz von Reta Reinls Windkunst. In der Liebfrauenkirche werden Windzeichnungen gezeigt, die den Wind als leichtes Wehen oder auch als Sturm sichtbar machen. Entstanden sind diese Arbeiten mithilfe von Apparaten, Segeln und Stiften, die die Künstlerin in verschiedenen Wettern und an verschiedenen Orten auf dem Globus in den Wind gestellt hat. Dabei gab sie dem Wind die Möglichkeit zur Vergegenständlichung. Die Vielfalt der Wind-Charakteristika und Stimmungen ist beeindruckend und ästhetisch reizvoll.

„Die gotische Liebfrauenkirche ist ein wunderbarer Ort, diese Windzeichnungen auszustellen. Lichtdurchflutet bietet sie Raum für Mensch-, Geist- und Weltbetrachtungen“, meint Kantor und Theologe Marc Neufeld.

Da im Griechischen, in dem das Neue Testament geschrieben ist, das Wort „pneuma“ sowohl Geist als auch Wind bedeuten könne, lasse sich eine Brücke schlagen zwischen Pfingsten, dem Ereigniswerden der geisthaften Gegenwart Gottes und den windigen Zeichnungen aus aller Welt, meint Neufeld. Auf diesen Zusammenhang soll bei der Ausstellungseröffnung näher eingegangen werden.

Die Vernissage für die Ausstellung findet am kommenden Sonntag, 16. Mai, ab 11.30 Uhr im Anschluss an den Gottesdienst (10.30 Uhr) in der Frankenberger Liebfrauenkirche statt. (zve)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare