Christian Huhn aus Allendorf setzt für seine Galloway-Herde auf die ganzjährige Außenhaltung

Bei Wind und Wetter die Wahl haben

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Christian Huhn kennt die Mutterkühe aus seiner Herde beim Namen – alle sind handzahm.

Allendorf (Eder) - Es ist kalt: Ein paar Grad über null, der Wind pfeift. Das stört Edda und ihre Herdenkameraden nicht im Geringsten: Die Kuh hat puscheliges, dichtes Fell. Selbst wenn es regnet, kommt das Wasser nicht auf ihrer Haut an; dichte Unter­wolle hält sie trocken. Zu jeder Jahreszeit draußen leben - so muss es für seine Rinder sein, findet Christian Huhn.

Wenn Christian Huhn auf seiner Wiese bei Osterfeld steht, zweimal laut „Koooommt heeeer“ ruft und in die Hände klatscht, hat er binnen Sekunden die Aufmerksamkeit von etwa 50 Kühen und Kälbern: Sie hören auf, Gras zu knabbern, heben die Köpfe und schauen aus den dunklen Augen mit den langen Wimpern aufmerksam zu ihm herüber.

Insgesamt hat der 35-jährige Landwirt 112 Galloways: Kühe, Zuchtbullen und Kälber. Die Mutterkühe sind das Herz seiner Herde: Huhn nimmt seine Galloways als Persönlichkeiten wahr - jede Mutterkuh hat einen Namen, jede erkennt der Landwirt auch ohne Blick auf die Ohrmarke.

Er muss den Kontakt zu seinen Tieren halten. Sonst verwildern sie schnell, lassen sich nicht mehr anfassen, verladen oder behandeln. Dass sie so zahm sind, ist vor allem wegen der Art seiner Haltung wichtig: Huhns Rinder leben ganzjährig draußen und können frei entscheiden, ob sie sich am äußersten Rand der Weide oder unter dem Dach des Stalls aufhalten.

Rinder, ebenso wie Esel, Ziegen oder Pferde, fühlen sich auch im Winter draußen absolut wohl - vorausgesetzt, einige Regeln werden eingehalten, sagt Christian Huhn. Wichtig sei, dass die Tiere darauf vorbereitet werden, indem sie nicht aus einem beheizten Stall in die Außenhaltung wechseln, sondern schon ab Sommer ununterbrochen draußen sind, damit sie langsam dichtes Winterfell bekommen können. Außerdem muss es auf allen Wiesen Wind- und Wetterschutz, eine trockene Liegefläche sowie immer genügend Futter und Wasser geben.

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