Gemünden

Der Windpark bei Schiffelbach kommt

+

- Gemünden (gl). Mit drei Enthaltungen fiel die Entscheidung zugunsten des heimischen Vertragspartners: Bei Schiffelbach entstehen Windkraftanlagen, Pächter ist der Korbacher Energieversorger EWF.

Das ging rasch: In der vergangenen Sitzung stimmten die Stadtverordneten einem Windpark bei Schiffelbach grundsätzlich zu, in der Versammlung am Donnerstag fiel die Entscheidung dann bereits zugunsten eines Vertragspartners: der Energiegesellschaft Waldeck-Frankenberg (EWF) aus Korbach.

Der Sitzung des Parlaments vorausgegangen war eine zweieinhalb Stunden lange, nicht öffentliche Diskussion mit den beiden Anbietern, die es in die nähere Auswahl geschafft hatten: die Städtischen Werke Kassel und die EWF. „Wir haben bei beiden Anbietern ein gutes Gefühl“, sagte Bürgermeister Frank Gleim anschließend im Parlament. Er betonte: „Es muss ein gemeinsames Projekt sein von Stadt, den Waldinteressenten und dem Partner.“

Die Schiffelbacher Waldinteressenten sind betroffen, weil ein Teil der geplanten Anlagen – der genaue Umfang steht noch nicht fest – auf ihrem Grund stehen soll. Sie befürworten den Bau der Anlagen, dafür zeigte sich Gleim sehr dankbar: „Ohne die Interessenten wären wir nicht da, wo wir sind“, sagte er. Für Gemünden sei es wichtig, einen kommunalen Anteil zum Atomausstieg beizusteuern; ebenso nannte er die finanziellen Vorteile eines Windparks für die klamme Kommune. Er habe die Hoffnung, dass das noch ausstehende Genehmigungsverfahren schnell und erfolgreich zu einem Ende gebracht wird.

Hans-Hermann Faust für die Fraktion der Bürgerliste (BL) und Friedegunde Wagner für die SPD erklärten, dass sie sich für die EWF als Partner entschieden hätten. Faust sagte, das für Gemünden finanziell günstigste Angebot sei das des Versorgers aus Korbach. Das Mindestentgelt sei höher, werde schon ab Beginn der Bauarbeiten gezahlt und es gebe die Option auf Extraeinnahmen, wenn die Windmasten an Mobilfunkanbieter weitervermietet werden sollten.

Kritik an der Vergabe Kritisch sah die CDU-Fraktion die Vergabepraxis. Katharina Tils warf die Frage auf, ob eine Ausschreibung nötig gewesen wäre. Zwar sei dies bei einem Pacht-Modell nicht zwingend notwendig, werde aus Transparenzgründen aber dringend empfohlen, wie Matthias Lückel ergänzend erklärte.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 17. September.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare