Winter startet bei Einzelhändlern im Juli

Winter hält auch bei 20 Grad Einzug

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Carsten Leber verkauft seit August Winterkleidung im Bekleidungsgeschäft der Familie. Besonders angesagte Strickmützen und Leichtdaunen-Jacken verkaufen sich trotz derzeitiger Temperaturen um die 20 Grad.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg - Alle Jahre wieder kommt das Christuskind am 24. Dezember - Spekulatius, Gewürzkuchen und Christbaumschmuck füllen allerdings schon ab September viele Verkaufsregale. Weniger auffällig, aber viel früher da: Kuschelige Winterjacken verdrängen bereits im Juli sommerliche Tops und kurze Hosen aus dem Angebot.

Von Weihnachtsstimmung ist bei Temperaturen um die 20 Grad noch nicht viel zu spüren, in vielen Geschäften läuft der Weihnachtsverkauf dennoch mittlerweile an: „Die ersten Weihnachtssachen gehen über den Verkaufstisch“, sagt Martin Wolf, Marktleiter im Gartencenter Meckelburg. „Draußen ist es noch warm und sonnig, da läuft der Weihnachts-Verkauf noch langsam.“

Bei „Home & Living“ in der Fußgängerzone gab es bereits Ende September erste Weihnachtsthemen im Sortiment. „Im Moment läuft das Herbstthema aus und die Weihnachtsartikel haben bereits 80 Prozent Verkaufsanteil.“

„Früher war es ein Kodex, dass erst nach Totensonntag dekoriert wurde“, sagt Petra Schmalhorst vom Haus der Geschenke. Das Weihnachtsgeschäft ging daher nur vier Wochen. Heute starte es viel früher: „Der Zeitgeist hat sich bei den Menschen geändert."

Viel früher als die Weihnachtsdeko kommt die Winterkleidung in die Läden. Im Modehaus Eitzenhöfer hing die erste Kleidung für die Herbst- und Wintersaison bereits im Juli an den Kleiderständern. „Eigentlich zu früh“, sagt Andrè Kreisz. Schließlich hatte da der Sommer noch nicht richtig angefangen. Ausgesucht hat er sich das aber nicht selbst: „Daran krankt die Branche, die, durch Konzerne getrieben, die Ware nicht saisongerecht zeigt“, kritisiert Kreisz. „Wenn es im Januar und Februar richtig kalt wird, gibt es keine Winterjacken mehr.“

Auch wenn die warme Kleidung schon im Hochsommer in den Läden hängt, verkauft sie sich erst mit kühleren Temperaturen gut. „Der sehr modisch orientierte Kunde kauft früh neue Trends“, erklärt Kreisz. Leichtdaunen-Westen und leichte, gesteppte Outdoorjacken waren daher bereits in den vergangenen Monaten sehr gefragt. Laut Carsten Leber werden die Jacken leichter, halten trotzdem warm und sind deshalb sehr beliebt - auch im Sommer-Verkauf. (pk)

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