Diskussion über neues Baugebiet am Battenberger Stadtrand

"Wir brauchen attraktive Bauplätze"

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Bauen auf der „grünen Wiese“ soll in Battenberg weiter möglich sein.Foto: Mark Adel

Battenberg - Auf der einen Seite soll das Ausbluten der Ortskerne verhindert werden, dennoch sollen in Battenberg auch weiterhin Neubaugebiete ausgewiesen werden: Dafür hat sich die Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses ausgesprochen

Im Haushalt 2014 ist die Planung eines neuen Baugebiets am Laisaerberg vermerkt. Die Bürgerliste Battenberg hatte beantragt, darauf zu verzichten und das Geld für das stadteigene Förderprogramm zu verwenden, bei dem Käufer alter Häuser Zuschüsse erhalten können.

„Wir haben keinen akuten Handlungsbedarf“, sagte Dietmar Weber von der Bürgerliste Battenberg. Er verwies auf freie Bauplätze im Besitz der Stadt, beispielsweise in der Kernstadt oder in Dodenau. Außerdem seien noch viele Grundstücke in privatem Eigentum. „Wir wollen eher die innere Entwicklung fördern.“ Er verwies auch auf das bestehende „attraktive Baugebiet“ oberhalb des Finkenwegs, dessen Grundstücke ein privater Investor anbietet.

Vertreter der anderen Fraktionen sahen hingegen den Bedarf durchaus als gegeben an. Ihr einhelliger Tenor: Nicht jeder will in alte Häuser ziehen, viele möchten im Neubaugebiet wohnen. Bietet Battenberg diesen Interessenten nichts, könnten sie in andere Orte ziehen. „Ich sehe vor allem Allendorf und Frankenberg als Konkurrenz“, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel und ergänzte: „Die Nachfrage ist da.“ Allerdings liege weiterhin ein Schwerpunkt auf der Entwicklung in den bebauten Gebieten - neue Wohngebiete seien aber kein Gegensatz. „Weisen wir keine aus, besteht die Gefahr, dass Menschen wegziehen oder potenzielle Neubürger nicht hierherkommen.“

Ähnlich sah es Rüdiger Weiß (CDU). „Wir brauchen attraktive Bauplätze“, sonst würden Interessenten auf andere Kommunen ausweichen. Und auch Heinz-Günther Schneider (SPD) erklärte, „ein paar Bauplätze auf der grünen Wiese müssen wir haben“. Dabei setzen die Parlamentarier auch auf den Anteil an der Einkommensteuer, der der Stadt verloren ginge, wenn weniger Arbeitnehmer in Battenberg lebten.

In Battenberg gebe es noch sieben städtische Bauplätze - fünf am Hofenstück, eins im Gebiet „Hinterm Berg“, sagte Horsel. Schlechter sehe es in Dodenau aus, „da ist praktisch überhaupt keine Nachfrage.“ Für die Grundstücke am Hofenstück müsse überlegt werden, ob man die Preise beispielsweise für junge Familien reduzieren könne.

Sechs der sieben Mitglieder im Ausschuss lehnten den Antrag der Bürgerliste Battenberg ab, nur Dietmar Weber war dafür. Er enthielt sich bei der Abstimmung über den Haushalt, der mit ebenfalls sechs Stimmen befürwortet wurde.

Das Parlament entscheidet endgültig über das Zahlenwerk am nächsten Donnerstag, 13. Februar, um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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