Künftiger Hatzfelder Bürgermeister Dirk Junker im Interview

„Es wird einige Änderungen geben“

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Am 1. Mai wird Dirk Junker Bürgermeister in Hatzfeld. Das Arbeitszimmer daheim in Rennertehausen ist noch improvisiert. Foto: Mark Adel

Hatzfeld - Noch zehn Tage ist Uwe Ermisch (SPD) Bürgermeister in Hatzfeld, dann übernimmt Dirk Junker (parteilos) das Ruder. Im FZ-Interview spricht er über die Zusammenarbeit mit seinem Amtsvorgänger und die Wohnungssuche in Hatzfeld.

Der erste Arbeitstag des 46-Jährigen ist - wegen des Feiertags - am 2. Mai. Seinen letzten Arbeitstag bei der Bundeswehr hat der Rennertehäuser am Donnerstag beendet.

Was hat sich bis jetzt seit der Wahl verändert?

Im Privaten hat sich bis jetzt nicht viel verändert, weil wir in der alten Routine drin waren. Ich war die Woche über unterwegs. Dazu gab’s natürlich neue zeitliche Belastungen. Ich habe zum Beispiel an Ortsrundgängen in Reddighausen, Holzhausen und Eifa teilgenommen, habe an ein paar Jahreshauptversammlungen teilgenommen. Aber der große Schnitt wird jetzt ab dem 1. Mai kommen.

Sind Sie von Ihrem Amtsvorgänger Uwe Ermisch ein wenig „eingearbeitet“ worden?

Wir haben uns zweimal getroffen, im Dezember und Anfang März, und hatten Gespräche von zwei bis drei Stunden. Da habe ich einen Überblick über die Geschäfte bekommen. Ansonsten habe ich an Stadtverordnetenversammlungen teilgenommen, um einen Überblick zu bekommen.

Sind Sie mit der Zusammenarbeit mit Ermisch zufrieden?

Sagen wir es so: Es gibt ja keinen Rechtsanspruch drauf.

Sie sind von der Bürgerliste Hatzfeld unterstützt worden, die anderen Fraktionen stellten eigene Kandidaten. Wie stellen Sie sich die weitere Zusammenarbeit vor - speziell in Reddighausen?

Bei der Ortsbesichtigung in Reddighausen waren Marcus Bettelhäuser und Ralf Schärer (Anm. d. Red.: Junkers Herausforderer bei der Stichwahl) mit dabei. Die Begehung war sehr informativ und angenehm, es herrschte eine offene Atmosphäre. Es gab im direkten Kontakt keine alten Wunden. Die Rundgänge in Holzhausen und Eifa waren genauso entspannt.

Was ist am 1. Mai Ihre erste Amtshandlung?

Ich begrüße die Mitarbeiter und führe Gespräche. Dann muss ich mich vertraut machen mit den einzelnen Fachbereichen, mir Projekte vorstellen lassen und mich über Termine informieren, die in der nächsten Zeit anstehen.

Haben Sie Respekt vor der Aufgabe?

Respekt ja, aber keine Angst. Respekt gehört dazu, weil es ja ein sehr komplexes Aufgabenfeld ist. Aber ich denke, dass ich mich auf die Unterstützung der Mitarbeiter verlassen kann. Zum Teil hatte ich mit den Mitarbeitern auch schon etwas Kontakt.

Sie wollten sich eine Wohnung und Hatzfeld suchen. Sind Sie schon fündig geworden?

Ich suche noch. Ich habe einige Angebote bekommen, aber die Wohnungen waren zu groß. Das ging bis zu 100 Quadratmeter. Mir reichen ein Zimmer, Küche, Bad, möglichst in Rathausnähe. Es geht darum, Kleider abzulegen oder sich mal zu duschen zwischen Terminen. Das geht im Rathaus nicht.

Hatzfeld ist unter den kommunalen Schutzschirm geschlüpft und muss sparen. Welchen Gestaltungsspielraum haben Sie als Bürgermeister?

Der Schutzschirm wird uns enorme Auflagen bringen. Die Konsequenzen können wir noch nicht absehen. Es wird sich wahrscheinlich erst nächstes Jahr herausbilden. Es wird Kreativität gefordert. Wenn man etwas verändern und gestalten will, muss man auf Bürgerleistungen zurückgreifen. Gleichzeitig müssen wir versuchen, neue Einnahmequellen zu finden, was nicht einfach ist. Der erste Punkt ist die Attraktivitätssteigerung in Sachen Tourismus, vor allem in Verbindung mit dem Ederradweg. Er ist überregional bekannt.

Wo können Sie eigene Akzente setzen?

Auf jeden Fall im Tourismus, aber auch in der Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten, in der Öffentlichkeitsarbeit und zwangsläufig im Schutzschirm. Ansonsten brauche ich für Entscheidungen erst mal einen genauen Überblick. Erst danach kann man sagen, was sich ändert. Aber es wird einige Änderungen geben.

Wie haben denn Ihre beiden Kinder auf die Wahl reagiert?

Die freuen sich. Das Motto heißt „Unser Papa ist Bürgermeister“. Sie gehen das aber noch entspannt an. Die freuen sich einfach nur, dass der Papa jetzt öfter zu Hause ist.

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