Überraschungsfeier im Heimatmuseum

Wittekindt plötzlich "Mann des Tages"

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Pfarrer i. R. Heiner Wittekindt (Mitte) und sein Team, links Hans Papenfuß und rechts Ruth Piro-Klein vom Geschichtsverein.

Frankenberg - Am 28. April hat Pfarrer i. R. Heiner Wittekindt seinen 70. Geburtstag in trauter Zweisamkeit mit seiner Frau Ingrid gefeiert, fernab von Frankenberg. Großes Trara um seine Person ist ihm eher peinlich. Jedoch am Freitagabend folgte eine würdige Überraschungsfeier im Kreisheimatmuseum: Wittekindt war - sichtlich gerührt und plötzlich "Mann des Tages".

Bürgermeister Rüdiger Heß sagte, Wittekindt, seit 2007 Museumsleiter, sei ein leidenschaftlicher Streiter für die gute Sache: „Das Kreisheimatmuseum im Kloster St. Georgenberg wissen wir in guten Händen.“ Darüber engagiere sich Wittekindt vorbildlich in der Heimat- und Kirchengeschichte der Stadt Frankenberg.

Karl-Hermann Völker, Vorsitzender des Geschichtsvereins, komplettierte seine Laudatio mit einer Fülle von Fotos, die die segensreiche, und von Idealismus geprägte Arbeit des Geehrten widerspiegelten.

Die Kantorei der Liebfrauenkirche unter der Leitung von Kantor Daniel Gardonyi ließ es sich nicht nehmen, den 70-Jährigen gesanglich zu würdigen, unter anderem mit „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Pfarrerin Felicita Wickert, Vorsitzende des Kirchenvorstands, überbrachte Worte des Dankes und der Wertschätzung. - Auch Wittekindts rotarische Freunde, Präsident Dr. Michael Waßmuth und Gerald Engeland, gratulierten. - Anschließend war zum deftigen Bottendorfer Schmaus geladen.

Heiner Wittekindt wurde am 28. April 1944 in Volkmarsen geboren; sein Vater war Dekan in Volkmarsen und vorher Pfarrer in Münchhausen. Nach Abitur und Wehrdienst in der Burgwaldkaserne studierte er in Wuppertal und Marburg evangelische Theologie.

Mit seiner Frau Ingrid und den Söhnen Oliver und Carsten zog er 1982 nach Frankenberg, wo der dritte Sohn Arne geboren wurde. Auf den damals 38-jährigen Pfarrer der Liebfrauenkirche und der Schreufaer Fachwerkkirche wartete, neben Gottesdienst und Seelsorge, ein breites Aufgabenfeld: Religionsunterricht an der Edertalschule, Jugendarbeit und Altenfürsorge, Freizeiten und Gemeindefahrten. Schon bald erwies sich, dass er nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch ein Mann der Tat war.

Auch im Ruhestand wohnt er weiterhin mit seiner Frau in Frankenberg. Wittekindt engagierte sich im Hospiz-Verein, beim „Treffpunkt“, im Geschichtsverein und im Rotary-Club; er ließ kirchliche Projekte fördern und setzte sich bei Aktionen wie der Kosovo-Hilfe 1999 selbst aktiv mit ein. Es gelang ihm dabei, auch der Kirche fernstehende Menschen anzusprechen und ihnen in Grenzsituationen hilfreich zur Seite zu stehen.

Seit 2007 - Eintritt in den Ruhestand - leitet Wittekindt das Frankenberger Kreisheimatmuseum. Er schrieb die Museumsbücher „Philipp Soldan“ und „Marienkapelle“. Und weiter: Rettung der Tyle-Figuren sowie Restaurierung der französischen Bibeln, Rückholung der Frankenberger Ratsherrenbank für ein Jahr, gelungene Soldan-Ausstellung und neue Präsentationsformen des Museums. Bis 2010 war er Vorsitzender der Stiftung Hospital St. Elisabeth.

„Stein gewordene Theologie“

Insgesamt unternahm Wittekindt 25 geplante und begleitete Fahrradtouren für die evangelische Jugend des Kirchenkreises und weitere Teilnehmer. Ziele: Irland, Wales, England, Böhmen, Regionen der ehemaligen DDR und sogar entlang der US-Pazifikküste. Viele der jungen Leute sind später segensreich im kirchlichen Leben aktiv geblieben.

„Die Liebfrauenkirche ist Stein gewordene Theologie“, Zitat Wittekindt. Wie kein anderer hat er dieses gotische Kirchengebäude studiert und viele Veränderungen miterlebt.

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